Tiroler Fußball-Akademien: Ein Wunsch für das Übergangsjahr

Nach einem durchwachsenen Herbst sind die Tiroler Fußball-Akademien in der Winterpause angekommen. Die traditionellen Anlaufschwierigkeiten der U15 möchte man mithilfe eines neuen Konzepts abstellen.

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Die U16 (Johannes Pregenzer, l.) machte die meisten Punkte.
© Kristen

Von Daniel Lenninger

Innsbruck – Die Tiroler Fußball-Akademie hatte zuletzt den Segen, in die Kategorie Leistungssport zu fallen und im Rahmen der 3-G-Regel auch in Lockdown-Zeiten gegen den Ball treten zu dürfen. Aber zugleich den Fluch, wegen Corona-Fällen oder Quarantäne-Maßnahmen in Bewerbsspielen nicht davon zu profitieren – die beiden abschließenden Herbstrunden bei der Admira und Ried fielen der Pandemie zum Opfer. Für Akademie-Leiter Roland Kirchler bot sich also früher als geplant die Gelegenheit, über Leistungen und Entwicklungspotenzial zu sinnieren. Ein Blick auf die drei Teams:

U18

Nur schwer zu kompensieren war für Langzeit-Trainer Andreas Spielmann bei den ältesten Jahrgängen der personelle Sommer-Aderlass: Leistungsträger wie Paul Schermer (WSG Tirol), Stefan Kordic (Kapfenberg), Florian Micheler, Benedikt Huber (beide Hoffenheim) oder Alexander Weigand (Karlsruhe) setzten ihre weiteren Entwicklungsschritte abseits von Tirol fort. Mithilfe ihrer Qualität wäre der erste und einzige Saisonsieg wohl deutlich vor Ende Oktober gelungen.

Emirhan Acar traf sowohl für die U16 als auch die U18
© Kristen

U16

Kirchler hatte die Truppe von Chefbetreuer Bernhard Lampl insbesondere wegen der Kader-Kontinuität bereits vor der Saison als Favorit auserkoren, die Tiroler Fahne als Team mit den meisten Punkten hochzuhalten. Die Prognose traf ein. Und hätte man nicht derartig viele Offensiv-Ausfälle (u. a. Torjäger Christian Huetz) zu beklagen gehabt, „wäre noch mehr möglich gewesen“. Mit dem soliden Mittelfeldplatz habe man das Potenzial jedenfalls nicht voll ausgeschöpft.

U15

Es sei „jedes Jahr dasselbe“. Kommen die Debütanten zur Sprache, verändert sich die Tonlage des Akademie-Leiters. Kirchler ortet in Tirol im Vergleich zur Konkurrenz nämlich strukturelle Wettbewerbsnachteile. „In den anderen Bundesländern spielen die Burschen schon länger zusammen.“ Etwa auch bei der als Pilotprojekt eingeführten U14-Meisterschaft, die ohne Tiroler Beteiligung über die Bühne geht. Die Mannschaft von Ex-Wacker-Coach Thomas Grumser benötigte Anlaufzeit und musste bis zur 8. Runde auf den ersten von insgesamt zwei Siegen warten.

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Die U15 (Josef Tiefenbrunner) hatte auch physisch zu kämpfen.
© Kristen

Es sei nervenaufreibend, „dass wir immer ein halbes Jahr brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein.“ Man wolle sich demnächst zusammensetzen, um ein Konzept zu erarbeiten. Und weil Kirchler auch die „finanzielle Frage“ in den Raum stellt, erhofft sich der 28-fache ÖFB-Teamspieler Unterstützung seitens der Politik. Bereits zur Winterpause scheint klar, dass die sensationelle Vorsaison mit den Endplatzierungen zwei (U16) und fünf (jeweils U15 und U18) in der laufenden Spielzeit nicht wiederholt werden kann. Im „Übergangsjahr“ (O-Ton Roland Kirchler) sehnt man sich aber ohnehin nach Erfolgen auf anderen Ebenen.


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