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Kommentar zur deutschen Corona-Lage: Späte Einsicht, aber immerhin

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Gabriele Starck

Kommentar

Von Gabriele Starck

Die Mehrheit der Deutschen war der Politik zuletzt voraus. Mobilitätsauswertungen als auch Umfragen zeigen, dass sich viele Leute angesichts der Corona-Infektionszahlen derzeit selbst einschränken – sei es bei Lokal-, Veranstaltungs- oder privaten Besuchen. Eine Mehrheit reicht aber nicht aus, um die Pandemie zu beenden, nicht einmal Kontaktbeschränkungen oder Ausgangssperren für alle. Restriktionen bekämpfen zwar eine Welle erfolgreich, sie verhindern aber keine weiteren.

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Doch das politische Deutschland hat gezögert zu handeln, noch länger als Österreichs Politik. Es ist keine Entschuldigung, dass die alte Regierung nur noch geschäftsführend im Amt ist und sich die neue erst zusammenraufen musste. Schon deshalb nicht, weil der künftige Regierungschef Olaf Scholz (SPD) der Noch-Vizekanzler ist. Nein, dort wie hierzulande sind es die Länder, die bremsen, wenn es ihnen nicht ins politische Kalkül passt.

Zu spät für die vierte Welle mussten nun auch die deutschen VolksvertreterInnen einsehen, dass die zu niedrige Impfbereitschaft nicht ausreichen wird, um den allwinterlichen Pandemie-Schock zu unterbinden. Selbst die Freien Demokraten (FDP) befürworten nun eine allgemeine Impfpflicht. Denn die vermeintlich gelinderen Mittel von Quasi-Lockdowns sind es, die den Schaden anrichten. Dennoch heißt es vorerst auch für ganz Deutschland wieder, erzwungen stille Weihnachten zu verbringen. Weil die Politik – einmal mehr in der Pandemie – zu lange zauderte.


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