Beschwerde gegen Kraftwerk Tumpen-Habichen abgewiesen

  • Artikel
  • Diskussion (1)

Oetz, Umhausen, Wien – Der Verwaltungsgerichtshof in Wien hat die Beschwerde mehrerer NGOs gegen ein Kraftwerk an der Ötztaler Ache zurückgewiesen. Die Umweltorganisationen WWF Österreich und Ökobüro kritisierten die naturschutzrechtliche Bewilligung des Kraftwerks Tumpen Habichen. Die Revision wurde nun zurückgewiesen.

Für Standort-Bürgermeister Jakob Wolf aus Umhausen kommt dieses Erkenntnis wenig überraschend: „Wir sehen das als Beweis dafür, dass die Tiroler Verwaltungsbehörden sauber und gut arbeiten.“ Letztlich seien jedoch die am Projekt beteiligten Gemeinden Oetz und Umhausen sowie die Projektanten Tiwag und Auer-Bau „froh darüber, dass das Verfahren nun abgeschlossen ist“, bestätigt Wolf.

Laut Bauzeitplan soll mit der Fertigstellung im kommenden Jahr Strom für rund 15.000 Haushalte, oder 61 Gigawattstunden, produziert werden. Auf die Bauzeit hatte die Revision keinen Einfluss, da sie nicht als Projektaufschub gewertet wurde.

„Für uns ist und bleibt das Kraftwerk Tumpen-Habichen ein Skandalkraftwerk, das über die Köpfe der Anrainer, Umweltschützer und Wassersportler hinweg entschieden wurde“, steckt Marianne Götsch vom WWF nicht zurück. Es gehe nicht an, den Bau als „Vorzeigebeispiel“ darzustellen, schließlich habe der Verfassungsgerichtshof die Revision nicht inhaltlich bewertet. Stattdessen seien „formale Gründe“ für die Zurückweisung ausschlaggebend gewesen. „Das Tumpner Gstoag an der Ötztaler Ache war einzigartig. Hier ein Kraftwerk zu errichten, ist aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht traurig“, so Götsch. Die Umweltorganisationen bauen nun auf ihre Revision des wasserrechtlichen Verfahrens. „Es ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ (top)

Jetzt einen von vier Skiurlauben gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung


Kommentieren


Schlagworte