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Wissen aus dem Alpenzoo: Bären riechen 100.000-mal besser als Menschen

Martina und Ander heißen die Europäischen Braunbären im Alpenzoo. Sie verstehen sich gut, auch wenn Bären eigentlich Einzelgänger sind.

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Martina und Ander (heißen die beiden Braunbären im Innsbrucker Alpenzoo. „Oma“ Martina wird kommenden Jänner 30 Jahre alt, Ander wird bald zwölf Jahre. Trotz des großen Altersunterschiedes verstehen sich die beiden sehr gut. „Nur selten kommt es zu Auseinandersetzungen, obwohl die braunen Riesen von Natur aus Einzelgänger sind und sich in der Natur nur zur Paarung im Frühling für ein paar Tage zusammentun“, erzählt Corina Lang vom Alpenzoo.

Bären haben einen stämmigen Körper mit einem kräftig gebauten Skelett. Ein auffallendes Merkmal ist der muskulöse Buckel auf den Schultern, der den Vorderbeinen zusätzliche Kraft verleiht. „So können sie schnell laufen und bei Kämpfen mit anderen Bären gezielte Prankenhiebe austeilen“, sagt Corina Lang vom Innsbrucker Alpenzoo. Auch stehen sie immer wieder auf, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

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📽️ Video (Schmidt) | Die Bären im Alpenzoo

Bären sehen nicht sehr gut, können dafür aber unglaublich gut riechen. „Der Geruchssinn des Bären ist in etwa 100.000-mal besser als der des Menschen. Meistens schnüffeln sie mit gesenkter Nase durch ihr Streifgebiet und sind damit beschäftigt, Futter zu finden. Sie können Nahrung auf viele Kilometer ausfindig machen“, weiß Corina. „Zum Nachtisch genießt der Bär gerne ein Maul voll Honig, nicht selten mitsamt den Bienen“, sagt Corina. Um sich auf die Winterruhe vorzubereiten, benötigt ein ausgewachsener Bär ca. 20.000 Kilokalorien pro Tag, was etwa 400 Äpfeln entspricht. Ein wärmendes Winterfell schützt ihn vor den kalten Wintertagen. Es ist dick und rau und er sieht damit auch etwas zottelig aus.

Martina ist schon zu alt, um Junge zu bekommen. Trotzdem kann man sie mit Ander vor allem im Mai auch beim Kuscheln entdecken. Die restliche Jahreszeit verbringen die beiden dann in ihren Rückzugsmöglichkeiten im Gehege im Innsbrucker Alpenzoo.
© Alpenzoo

Bärenjunge werden im Winter in einer Höhle geboren. Die Kleinen sind blind, beinahe nackt und können auch noch nichts hören. „Instinktiv finden sie den Weg zu den Zitzen der Mutter und trinken von der nährreichen Milch, damit sie schnell an Gewicht zunehmen“, so Corina. Nach etwa drei Monaten verlassen sie gemeinsam mit der Bärenmama zum ersten Mal das winterliche Lager. Das Erschnuppern und Kennenlernen ihrer Umgebung ist für kleine Bären außerordentlich wichtig. „Jedes Steinchen wird beschnüffelt, jeder Zweig wird umgedreht, mit jedem Grashalm wird experimentiert“, sagt Corina.

Auf ihren Spaziergängen bewegt sich die Mutter langsam und lässt ihre Kinder keine Sekunde aus den Augen, damit ihnen auch nichts passiert. Meist bleiben Bärenjunge bis zum dritten Lebensjahr bei ihrer Mutter. „Dann sind sie schon so groß, dass sie sich um sich selber kümmern können, und die Bärenmama ist wieder bereit, sich mit einem Männchen zu paaren und wieder Junge zu gebären“, so Corina. (wa)

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Frisch geborene Bärenjunge (Bild oben in freier Wildbahn) sind richtige Winzlinge mit einem Gewicht von etwa 300 g – das ist so viel wie eine große Tafel Schokolade. Stell dir vor: Bei der Geburt ist die Mutter etwa 500-mal schwerer als ein Bärenjunges! Bären sind Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von pflanzlicher Kost wie Beeren, Nüssen oder Pilzen, ergänzt wird der Speiseplan u. a. durch Fische, Mäuse oder Ameisen.

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