Rätselhafter Absturz: Bitcoin nach schwarzem Wochenende erneut im Minus

Der Höhenflug des Bitcoins findet ein jähes Ende, plötzlich crasht die Kryptowährung. Der Grund ist rätselhaft. Und Mitte der Woche könnte es weiter abwärts gehen.

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Seit Jahresbeginn hat Bitcoin um 75 Prozent zugelegt.
© APA/AFP/KAREN BLEIER

Frankfurt am Main – Dieser Absturz ist selbst für Bitcoin ungewöhnlich: Die Kryptowährung bricht weitere 9 Prozent auf 48.803 Dollar ein, nachdem sie am Wochenende einen „Flash-Crash" erlebt und in weniger als einer Stunde 22 Prozent an Wert verloren hatte. Das bedeutete einen der größten Verluste in so kurzer Zeit. Am frühen Samstag war der Kurs in die Tiefe gerauscht, konnte sich dann bis zum Sonntagabend aber wieder etwas erholen. Dann ging es wieder abwärts.

„Die Sorgenliste bestehend aus der Coronavirus-Mutation Omikron, dem finanziell angeschlagenen Immobilienkonzern China Evergrande und dem wachsenden Unbehagen der US-Notenbank Federal Reserve angesichts einer hohen Inflation hält Kryptowährungen weiterhin im Klammergriff fest", so Emden-Research-Analyst Timo Emden.

Ein genauer Grund für das plötzliche Absacken des Bitcoin-Kurses vom Samstag war Experten zufolge aber nicht direkt ersichtlich. Zum einen heißt es, Gewinnmitnahmen hätten dazu geführt. Vor knapp einem Monat hatte ein Bitcoin noch bis zu 69.000 Dollar gekostet. Zum anderen wird auf die am Wochenende weniger liquiden Märkte verwiesen, die größere Schwankungen zur Folge haben können. Stoßen dann einzelne Investoren größere Positionen ab, kann das stark auf den Kurs drücken. Hinzu kommt eine ohnehin angespannte Stimmung auf den Finanzmärkten.

Ein weiterer Faktor, der den Bitcoin-Verkauf beschleunigt haben könnte, könne die Auflösung von stark fremdfinanzierten Krypto-Derivaten gewesen sein, so Noelle Acheson vom Kryptoanbieter Genesis Global Trading gegenüber dem Wall Street Journal. Sie wies auf einen großen Verkaufsauftrag hin, der möglicherweise Nachschussforderungen und Liquidationen ausgelöst habe.

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Der Kursrutsch könne aber auch die Gelegenheit zu einem günstigen Einstieg sein, sagte – wenig überraschend – Justin d'Anethan von der Kryptowährungsbörse Eqonex. Analyst Timo Emden von Emden Research warnte indes, Schnäppchenjäger sollten sich nicht in Sicherheit wiegen. Am Mittwoch seien zudem die Top-Manager acht großer Kryptowährungs-Firmen vor einen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses geladen, so Emden. Die Furcht vor einer forcierten Regulierung von Bitcoin & Co könne der Branche zumindest kurzfristig die Luft zum Atmen nehmen. Gerade eine Regulierung in den USA könne einen signifikanten Einfluss auf die Kurse haben. Allerdings bleibe eine härtere Gangart unabdingbar, damit Cyber-Devisen als seriöse Anlageklasse reifen könnten – auch wenn dies zunächst negativ für die Märkte sein könnte.

Zu Jahresbeginn war die Cyber-Währung noch für 27.700 Dollar zu haben gewesen. Wer damals einstieg, kann sich also noch immer über ein Kursplus von mehr als 75 Prozent freuen. (APA/dpa/Reuters)


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