Dezimiertes ÖHB-Team unterlag WM-Mitfavorit Spanien klar

Die bisherige Topscorerin Katarina Pandza wurde als sechste Spielerin positiv getestet. Erwartungsgemäß setzte es gegen Spanien eine 19:31 Niederlage.

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Johanna Schindler (m.) hatte gegen die Spanierinnen einen schweren Stand.
© JOSE JORDAN

Torrevieja – Das stark dezimierte ÖHB-Team hat bei der Handball-Frauen-WM nach dem nächsten Corona-Fall gegen Gastgeber Spanien erwartungsgemäß hoch verloren. Ohne die positiv getestete Topscorerin Katarina Pandza setzte es im letzten Gruppenspiel am Montag in Torrevieja ein 19:31 (6:14). Der Aufstieg in die am Donnerstag beginnende Hauptrunde war aber schon festgestanden.

"Die Mannschaft hat wieder einmal Charakter gezeigt. Ich glaube, es wäre sogar mehr drinnen gewesen", meinte Interimstrainer Helfried Müller. Mit der Ausbeute in erster Halbzeit sei er nicht zufrieden gewesen, in der zweiten habe man sich aber stark gesteigert. Aufgrund der vielen Ausfälle werde es von Spiel zu Spiel schwieriger, das gelte auch für die Hauptrunde, in der Brasilien, Kroatien und Japan warten. "Es ist nicht so einfach, die Leistungsträger zu ersetzen. Aber die Mannschaft wird immer kämpfen und arbeiten."

Vor dem Match gegen Vizeweltmeister Spanien hatte man vom neuerlichen Corona-Befund erfahren. "Wir sind sprachlos", gab Kapitänin Patricia Kovacs angesichts des weiter gewachsenen Clusters an. Fünf weitere Spielerinnen sind schon länger in Quarantäne. Trotz der Gesundheits- und Personalmisere entschied man sich aber einstimmig für ein Antreten gegen den Turniermitfavoriten. Das Spiel gegen die Gastgeberinnen in der vollen Halle war dann wie erwartet schwierig. "Es war eine unglaublich Kulisse, es hat Spaß gemacht, zu spielen. Leider haben wir zu viele technische Fehler gemacht und zu viel verworfen, das hat uns in der ersten Hälfte schon das Genick gebrochen. Nach so vielen Rückschlägen bin ich trotzdem stolz auf meine Mannschaft", so Kovacs.

ÖHB-Präsident Markus Plazer bekräftigte vor der Partie, dass die Gesundheit seiner und der gegnerischen Spielerinnen an oberster Stelle stehe. Gleichzeitig verwies er aber auf verschiedene Interessenslagen, außerdem hätte ein Nichtantreten möglicherweise Strafen zur Folge gehabt. "Es kommt das sportliche Interesse, das Interesse des Veranstalters und auch das Interesse Österreichs hinzu. Zu allen Themen waren und sind wir mit der IHF und unserem Teamarzt im Austausch", erläuterte der Verbandschef.

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Interimscoach Müller zufrieden mit der Leistung

Aufgrund der schon vor dem Pandza-Fall erfolgten Nachnominierung von Sarah Draguljic standen Interimscoach Helfried Müller gegen Spanien erneut nur zwölf Spielerinnen zur Verfügung. "Es werden immer weniger, es erwischt immer die, die im letzten Spiel gut gespielt haben", bedauerte Müller. Mit der Leistung seiner Rumpftruppe gegen Spanien durfte er aber durchaus zufrieden sein.

Die vier Leistungsträgerinnen Petra Blazek, Sonja Frey, Stefanie Kaiser und Nina Neidhart sowie Teamchef Herbert Müller und ein Co-Trainer waren bereits vor dem gewonnenen Auftakt gegen China ausgefallen. Für das letztlich verlorene Duell mit Argentinien dann auch noch Josefine Huber.

In der Hauptrunde gegen Brasilien, Kroatien und Japan könnten es aber - keine weiteren Neuinfektionen vorausgesetzt - wieder mehr als das Dutzend sein. Denn man habe vom Veranstalter und dem Weltverband das Zugeständnis, dass ein Freitesten aus der Teamhotel-Quarantäne in den kommenden Tagen möglich sei, so der ÖHB. Der an Symptomen leidende Herbert Müller befindet sich in der Südstadt in Quarantäne. Ob er noch nachreisen kann, ist fraglich. (APA)


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