Neugestaltung des Lienzer Hauptplatzes: Wettbewerb nur in Osttirol

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Der vorliegende Diskussionsentwurf der Stadt schlägt eine Wasserrinne vor.
© Visualisierung: Stadt Lienz/Aberjung

Lienz – Gestern fand jene Sondersitzung des Lienzer Gemeinderates statt, die die Volkspartei zur Neugestaltung des Hauptplatzes verlangt hatte. Als Gastredner geladen war der 94-jährige Künstler Jos Pirkner, der im Sommer einen eigenen Entwurf für den Hauptplatz vorgelegt hat. Als gestalterisches Zentrum schlägt der Künstler eine geschwungene Skulptur gegenüber dem Lienzer Rathaus vor. Pirkner wiederholte dabei auch seine Mahnungen: Die Wasserrinne als wesentliches Gestaltungselement des Diskussionsentwurfes der Stadt Lienz sei nicht nur unpraktisch, sondern betone unnötig die Länge des Platzes und durchtrenne diesen zugleich.

Nach Pirkners Vortrag diskutierten die Gemeinderäte, wie weiter zu verfahren sei. Vereinbart war bereits, dass der Innsbrucker Architekt Dieter Tuscher ein Modell des Hauptplatzes im Maßstab 1:200 zur Verfügung stellt. Noch vor Weihnachten soll das Modell in der Stadt ankommen.

„So können wir alle Vorschläge, von denen uns viele direkt aus der Bevölkerung vorgelegt worden sind, anschaulich in ihrer Wirkung am Platz darstellen“, erklärte Elisabeth Blanik. Die Bürgermeisterin erläuterte in einer kurzen Zusammenfassung, welche Aktivitäten die Arbeitsgruppe zum Hauptplatz seit ihrer Gründung im Jahr 2011 gesetzt hatte. Sie warnte, dass mit der Ausschreibung eines europaweiten Architektenwettbewerbes alle bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe und in den Ausschüssen mit einem Schlag zu den Akten gelegt werden müssten. „Allein die Ausschreibungskosten schätzt das Bauamt auf 200.000 Euro. Das Siegerprojekt müssten wir nicht nur prämieren, sondern in der Folge auch umsetzen. Wollt ihr wirklich, dass unser aller bisherige Arbeit völlig umsonst war?“

Schließlich überraschten die VP-Gemeinderäte ihre Kollegen der anderen Parteien mit einem Antrag, den der Bauausschuss-Obmann Alexander Kröll nach einer Sitzungsunterbrechung vorlegte. Der Tagesordnungspunkt „Ausschreibung eines Wettbewerbes zur Neugestaltung des Hauptplatzes“ entpuppte sich tatsächlich als Absicht zur Einleitung eines Mitspracheprozesses, zu dem alle Osttiroler eingeladen seien und der bis Ende April abgeschlossen sein soll. „Wir stellen den Antrag auf einen Gestaltungswettbewerb der besten Ideen innerhalb unseres schönen Bezirkes“, formulierte es Kröll. Jos Pirkner, Architekt Dieter Tuscher und Stadtbaumeister Klaus Seirer sollen diesen Prozess begleiten. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag bei einer Enthaltung zu. (bcp)


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