Greenpeace-Analyse: 1,4 Millionen retournierte Pakete zerstört

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1,4 Millionen unverkaufte Pakete wurden im Vorjahr zerstört.
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Wien – Die Pandemie hat den Online-Handel bekanntlich in neue Sphären geschossen. Alleine im Vorjahr wurden in Österreich 139 Millionen Pakete an Privathaushalte verschickt, das ist ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2019. Der Boom hat aber auch seine Schattenseiten, wie Greenpeace in einer Analyse aufzeigt. Von den 139 Mio. Paketen wurde 2020 nämlich jedes dritte zurückgeschickt; und davon wurden rund 1,4 Millionen retournierte Bestellungen – alleine aus dem Bereich Kleidung und Elektronik – einfach vernichtet.

Im Müll landet die Neuware, da „das oft billiger kommt, als sie zu lagern, zu reparieren oder weiterzugeben“, erklärt Greenpeace und fordert von der österreichischen Bundesregierung ein Vernichtungsverbot für unverkaufte und retournierte Ware. „Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet werden“, so die Umweltorganisation. Jedes Produkt, das mühsam produziert und dann unbenutzt zerstört wird, sei eines zu viel, sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. Denn „um ein T-Shirt oder einen Fernseher herzustellen, werden Unmengen an Ressourcen verbraucht und klimaschädliches CO2, etwa für den Transport, in die Luft geblasen“.

Die Online-Giganten seien zu diesem Thema eher schweigsam. „Auf Anfrage zu konkreten Zahlen, hat Zalando nicht geantwortet, der Versandhändler Unito berichtet, dass retournierte Ware ‚im Promillebereich‘ vernichtet wird. Amazon verweist auf seinen Unternehmensblog. Während Amazon dort behauptet nur in Ausnahmefällen Waren zu vernichten, zeichnen die Recherchen von Greenpeace ein anderes Bild. Mindestens eine Lkw-Ladung nicht verkaufter Artikel landet allein an einem einzigen Amazon-Standort in Deutschland jede Woche im Müll“, kritisiert Panhuber.

Greenpeace verweist auf das Institut für Ökologie und Politik, dieses habe 2021 für das Europäische Umweltbüro (EEB) eine Studie veröffentlicht und schätzt, dass bei Textilien 10 bis 20 Prozent und bei Elektroartikeln 4 bis 10 Prozent der Rücksendungen entsorgt werden. Daraus hat Greenpeace die Menge für Österreich berechnet. (TT)


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