Die gute Geschichte: Das Helfen in die Wiege gelegt

Vom Vater zur Tochter: Nadine und Erwin Bachinger verbindet weit mehr als nur der Nachname.

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Nadine Bachinger hat von ihrem Vater Erwin die von ihm vor zehn Jahren gegründete Vinzenzgemeinschaft übernommen.
© Vinzenzgemeinschaften Tirol

Buch – Für andere Menschen da zu sein – das sei ihr bereits als Kind sehr wichtig gewesen. „Sozial war ich immer schon“, erzählt Nadine Bachinger aus Buch. Dabei wurde der heute 22-Jährigen das Helfer-Gen gewissermaßen in die Wiege gelegt. Ihr Vater Erwin hatte im Zuge seiner Diakonatsausbildung 2009 bis 2011 für das Konzept der Vinzenzgemeinschaften Feuer gefangen und 2011 schließlich die 59. Vinzenzgemeinschaft, jene „zum heiligen Franz von Assisi“, gegründet. Diese umfasst die Gemeinden des Seelsorgeraums „St. Margarethen, Galzein, Strass, Schlitters und Umgebung“.

„Bereits damals, mit zwölf Jahren, habe ich mitgeholfen – so weit es mir in meinem Alter eben möglich war“, erzählt Nadine Bachinger. Gespräche mit alleinstehenden älteren Nachbarn, Besuche im Seniorenheim, um mit den Bewohnern bei Spielenachmittagen die Zeit zu verbringen. „Und ich wollte auch immer selbst einmal eine Vinzenzgemeinschaft übernehmen“, sagt die 22-Jährige, die beruflich mit schwerbehinderten Menschen arbeitet. „Dass es dann aber so schnell geht, damit habe ich nicht gerechnet“, lacht sie.

Denn Anfang November hat Nadine jene Vinzenzgemenschaft übernommen, die ihr Vater vor zehn Jahren ins Leben gerufen hat. „Wir sind ein junges Team von drei Mitarbeitern – die jüngste Vinzenzgemeinschaft in Tirol mit einem Durchschnittsalter von 24“, erzählt Nadine Bachinger. Sie helfen Menschen in Not, haben ein offenes Ohr dafür, wo der Schuh drückt, und helfen da und dort mit einer kleinen Finanzspritze zur Überbrückung der größten finanziellen Sorgen aus. Ziel ist aber vor allem der Aufbau eines Netzwerkes in der Region, wo beispielsweise Handwerker finanziell schwächeren Menschen mit ihren Diensten unentgeltlich unter die Arme greifen, wo Kleiderspenden gesammelt und verteilt oder Gebrauchtmöbel an Bedürftige weitergegeben werden.

Vater Erwin hat sich übrigens mit der Übergabe der 59. Vinzenzgemeinschaft an seine Tochter nicht zurückgezogen – im Gegenteil: Er hat dadurch jene Zeit gewonnen, die er benötigt, um die 81. Tiroler Vinzenzgemeinschaft aufzubauen, die er mittlerweile gegründet hat: die „Region Achental – zur heiligen Notburga“. (np)

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