bZ4X: Toyotas Elektriker nimmt Formen an

Nach langer Zurückhaltung bringt der japanische Autohersteller im kommenden Jahr sein erstes Elektroauto auf den Markt: den bZ4X mit bis zu 450 Kilometern Reichweite.

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Erstes E-Modell von Toyota: das Kompakt-SUV bZ4X, wahlweise mit Allradantrieb.Fotos: Toyota

Brüssel – Als innovativen Trendsetter hat sich Toyota jahrzehntelang gesehen, insbesondere bei alternativen Antrieben konnte die Marke ein deutliches Zeichen setzen: mit der Vollhybridtechnik, bestehend aus der Kombination von Elektro- und Benzinmotoren, verknüpft mit einem Metallhybridakku. Derart bestückt begann die Erfolgsgeschichte des Prius, das Tochterlabel Lexus konnte sich mit Hybridsystemen gut in Szene setzen. Die meisten Konkurrenten schauten dem Treiben lange recht tatenlos zu, setzten bevorzugt auf Konventionelles wie Diesel- und Benzinaggregate. Nebenbei schaute sich Toyota ganz genau Wasserstoffantriebe an und spielte ein wenig mit Plug-in-Hybriden, legte aber keinen Wert auf reine batterieelektrische Autos. Hier waren die Rivalen rühriger, Toyota lenkte erst spät um.

Aus dem GT86 wird der GR86, bestückt mit einem 2,4-Liter-Boxerbenzinmotor, der 234 PS leistet.
© Toyota

Das Ergebnis des Strategiewandels macht sich nun sichtbar: Die Tochtermarke Lexus bereitet den Marktstart des rein elektrischen UX (Kompakt-SUV) vor, Toyota selbst stellte vor wenigen Tagen für die europäischen Märkte den vollelektrischen bZ4X ins Rampenlicht. Die ersten beiden Buchstaben b, Z stehen für „beyond zero“, spielen also auf die Nullemissionen (CO2) im laufenden Betrieb an. Das Fahrzeug basiert auf einer eigens entwickelten Plattform für Elektrofahrzeuge, sie trägt die Bezeichnung e-TNGA. Auf ihr werden weitere Stromer gebaut werden, ebenso Modelle von Subaru.

Rein von den Dimensionen her lässt sich der bZ4X am ehesten mit dem RAV4 vergleichen, allerdings baut das E-SUV um 85 Millimeter flacher, hat dafür aber kürzere Überhänge und einen um 160 Millimeter längeren Radstand. Bestückt ist der bZ4X mit einem 71,4-kWh-Lithium-Ionen-Akku, der eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern (WLTP) ermöglichen soll. Als Antriebsarten stehen ein Fronttriebler und ein Allradler im Programm. Die Basisversion wird mit einem 204 PS starken E-Motor versehen, der 265 Newtonmeter maximales Drehmoment stemmt und in 8,4 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Die Allradversion hat zwei E-Motoren, die zusammen 218 PS leisten, ein Systemdrehmoment von 336 Newtonmetern kreieren und in der Lage sind, den bZ4X in 7,7 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten zu lassen. Bei beiden Varianten beträgt die Höchstgeschwindigkeit 160 km/h.

Der Innenraum wird von einem horizontalen Touchscreen auf der Mittelkonsole dominiert.
© Toyota

Toyota präsentierte zuletzt nicht nur den bZ4X, sondern auch den „normalen“ Hybriden Corolla Cross, außerdem den GR Yaris Sport, schließlich auch das Sportcoupé GR86 als Nachfolger des GT86. Der Hecktriebler lässt sich von einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Boxerbenziner die Sporen geben, die Leistung beträgt 234 PS. Der Vorgänger musste noch mit einem Zweiliter-Aggregat und 200 PS auskommen. Von null auf 100 km/h beschleunigt der elegante Zweitürer in 6,3 Sekunden. Marktstart ist im Frühjahr 2022. (hösch)


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