Heimpleite bei Prachtwetter in Hochfilzen: Hauser und ÖSV-Staffel weit zurück

Die als 26. in die Verfolgung gestartete Vizeweltmeisterin belegte nach vier Strafrunden nur Rang 23. In der Herren-Staffel kamen David Komatz, Simon Eder, Felix Leitner und Patrick Jakob mit großem Rückstand nicht über Platz 16 hinaus. Den Sieg sicherten sich die Norweger.

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Auch Lisa Hauser konnte am Sonntag kein Spitzenergebnis einfahren.
© BARBARA GINDL

Hochfilzen - Biathletin Lisa Hauser hat im zweiten und abschließenden Hochfilzen-Einzelbewerb wieder keinen Spitzenplatz geschafft. Die als 26. in die Verfolgung gestartete Vizeweltmeisterin belegte nach vier Strafrunden nur Rang 23. Beim Auftakt in Schweden hatte sie noch mit einem Sieg sowie den Rängen zwei und vier geglänzt. Die ÖSV-Männer verpatzten in Tirol auch die zweite Staffel des Winters. Nach dem 17. Rang in Östersund wurden Simon Eder und Co. am Sonntag lediglich 16.

Hauser musste nach verpatztem Sprint und damit verbundenem Verlust der Weltcupführung von weit hinten starten. Trotz guter Laufleistung war wegen jeweils zwei Fehlern im Liegend- und Stehendanschlag wie im Sprint kein Spitzenplatz möglich. "Manchmal ist man in einem Flow, manchmal geht es schwerer und man muss härter kämpfen. Vier Fehler sind aber ganz klar zu viel. Ich bin so nicht unzufrieden, aber es ist schon schade, vor allem das letzte Schießen mit zwei Fehlern", meinte Hauser nach dem Schönwetterrennen vor leeren Tribünen.

Dennoch könne keine Rede von einer Schießkrise sein, betonte die Tirolerin. "Ich mache mir keine Sorgen, dass in Frankreich nicht schon wieder ein Nuller dasteht." Dass sie die Weltcupführung verloren habe sei schade, aber irgendwie auch erwartbar gewesen. "Perfekte Rennen gelingen nicht so leicht", betonte die Sprintsiegerin von Östersund und Weltmeisterin im Massenstart.

Ihre gute Laufform gibt auch ÖSV-Frauentrainer Markus Fischer Anlass zur Hoffnung auf Besserung schon kommendes Wochenende in Annecy. "Sie kann mit den Besten mitlaufen. Der eine oder andere Fehler war natürlich zu viel. Wir können aber nichtsdestotrotz guten Mutes nach Frankreich fahren."

Julia Schwaiger (55.) ließ die Verfolgung aus, weil sie nahe an einem Übertraining sei, so Fischer. Die anderen Österreicherinnen hatten die Qualifikation für das Jagdrennen der besten 60 des Sprints klar verpasst. Nicht zuletzt deshalb werden neben Hauser und Dunja Zdouc nur Katharina Innerhofer nach Frankreich reisen.

Den Verfolgungssieg sicherte sich Marte Olsbu Röiseland. Die Norwegerin fing die lange führende Sprintgewinnerin Hanna Sola (BRL) kurz vor dem Ziel noch ab und baute ihre Spitzenposition in der Gesamtwertung aus. Hauser ist mittlerweile nur noch Fünfte.

Die Staffel ging an Röiselands Landsmänner, die in den beiden Einzelrennen in Tirol leer ausgegangen waren. Wie in Östersund gewannen die Norweger vor Frankreich und Russland. ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß hatte jedoch keinen Grund zur Freude. "Mehr war nicht mehr drinnen, das muss man analysieren und trotzdem den Blick nach vorne haben und konzentriert weiterarbeiten. Etwas Anderes bleibt uns momentan nicht übrig", meinte der Deutsche. Die einzigen Lichtblicke des durch die Verletzung von Julian Eberhard geschwächten Männerteams waren bisher die Verfolgungen von Eder als Sechster in Östersund und Leitner als Siebenter in Hochfilzen.

In der Staffel übergab bereits ÖSV-Startläufer Komatz nach vier Nachladern nur als 18. an Eder. "Es tut mir leid für die anderen Jungs, dass ich so einen großen Rückstand aufgerissen habe", bedauerte der Steirer. Topschütze Eder musste dann beim Stehendanschlag sogar eine Strafrunde drehen. "Ich habe diese Woche stehend gekämpft, aber dass ich da mit drei Nachladern eine stehen lasse, ist mir auch erst selten passiert. Das gehört dazu, aber zum Rapport muss ich trotzdem, das weiß ich", so der Routinier, der Leitner an der 16. Stelle mit fast zwei Minuten Rückstand ins Rennen schickte.

Leitner lieferte wie am Samstag ein starkes Rennen ab, der Lokalmatador verbesserte sich mit nur einem Nachlader auf Position zwölf. Schlussläufer Jakob stürzte hingegen gleich zu Beginn aus Eigenverschulden und fiel nach zwei benötigten Reservepatronen noch um vier Positionen zurück. Der Rückstand im Ziel betrug mehr als viereinhalb Minuten. Die österreichischen Frauen hatten am Samstag mit Platz sechs positiv überrascht und damit wohl die erstmalige Olympiaqualifikation geschafft. (APA)


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