Max Verstappen - Benzin im Blut, nun auch Weltmeister

Das Jahrhundert-Talent krönte sich als erster Niederländer zum Weltmeister. Der heute 24-Jährige wurde 2014 als 16-Jähriger von Red Bull gecastet, womit sein Erfolgsweg vorgezeichnet war.

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In den Emotionen vereint: Papa Jos und Sohn Max Verstappen.
© Steven Tee via www.imago-images.de

Abu Dhabi - Max Verstappen hat Benzin im Blut. Der Niederländer wurde 1997 in Hasselt (Belgien) in eine Familie von Motorsportenthusiasten geboren. Vater Jos war selbst Formel-1-Pilot, Mutter Sophie fuhr Kartrennen, einige Verwandte waren in GT-Sport aktiv. Der heute 24-Jährige wurde 2014 als 16-Jähriger von Red Bull gecastet, womit sein Erfolgsweg vorgezeichnet war. Einzig der erste WM-Titel kam knapp zu spät, denn 2020 wäre Verstappen noch jüngster Champion aller Zeiten gewesen.

Selten hat ein Formel-1-Fahrer schon in ganz jungen Jahren sein Talent so eindrucksvoll unter Beweis gestellt wie Max Verstappen. Im Kart war der Jungspund ab 2005 fast unschlagbar, 2013 wurde er auch Weltmeister und fuhr ab diesem Jahr zudem Formel-Rennen. Ab 2014 auch Formel 3. Der dortige Seriensieger weckte vor allem mit seinen Fahrleistungen im Regen rasch die Aufmerksamkeit mehrerer Formel-1-Rennställe. Red Bull war dank Helmut Marko, dem Leiter des Junior-Teams von Dietrich Mateschitz, am schnellsten dran am 16-jährigen Jahrhunderttalent.

Vom Junior-Team der "Bullen" wurde Verstappen rasch in die Königsklasse zu Toro Rosso geholt, wo er 2015 mit 17 Jahren und 163 Tagen zum jüngsten Formel-1-Piloten der Geschichte avancierte. Gleich in seiner ersten Saison fuhr der junge Niederländer so eindrucksvoll, dass er mit 17 Jahren und 177 Tagen auch den Rekord für den jüngsten Fahrer in den Punkten brach.

Dem nicht genug, schafft Verstappen schon im zweiten Formel-1-Jahr (2016) den Aufstieg ins Einser-Team Red Bull Racing. Ab dem fünften Saisonrennen in Spanien nahm Verstappen den Platz des Russen Daniil Kwjat ein. Prompt gewann er gleich sein erstes Rennen im RB12 und wurde im Alter von nur 18 Jahren und 228 Tagen zum jüngsten Sieger der Formel-1-Geschichte.

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2017 fuhr Verstappen zwei weitere Siege heraus, sorgte mit seiner aggressiven Zugangsweise aber auch für viel Kleinholz und Kritik. Schon 2018 setzte er sich im teaminternen Duell gegen den erfahrenen Australier Daniel Ricciardo durch. Wegen der Dauer-Überlegenheit von Mercedes wurde aber auch 2019 nichts aus einem WM-Titel - mehr als erstmals Platz drei in der Fahrer-WM war trotz nunmehriger Honda-Motoren nicht drin.

2020 wäre Verstappens letzte Chance gewesen, auch jüngster Weltmeister zu werden. Als einziger Nicht-Mercedes-Fahrer schaffte er auch zwei GP-Siege, fuhr in 17 Rennen elf Podestplätze ein. Am Ende musste er sich aber wieder hinter Lewis Hamilton und Valtteri Bottas mit Platz drei begnügen.

Trotzdem legte der mittlerweile mit Kelly Piquet, der Tochter des ehemaligen Formel-1-Fahrers Nelson Piquet, liierte Verstappen 2021 mächtig los. Angetrieben vom guten Honda-Motor führte er nach dem "Heimsieg" im Juli in Spielberg schon mit 32 Punkten Vorsprung und wäre mit seinem RB16B wohl schon vorzeitig Weltmeister gewesen, hätten nicht einige unglückliche Ausfälle sowie eine späte Wiedererstarkung von Mercedes und Hamilton den WM-Kampf bis zum letzten Rennen ausgedehnt.

Letztlich klappte es aber doch - bei einem schon jetzt legendären Finale in Abu Dhabi war der Titel mit einem Manöver in der allerletzten Rennrunde eingefahren. Damit stellt auch das österreichische Team von Red Bull Racing 2021 erstmals seit den vier Titeln in Serie von 2010 bis 2013 mit Sebastian Vettel wieder den Formel-1-Weltmeister. (APA)


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