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Tirol will bei Gurgeltests Hortungen vorbeugen, Lifebrain protestiert weiter

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© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – In Tirol werden ab Mittwoch in sieben von neun Bezirken die PCR-Gurgeltests ausgerollt. Pro Woche stehen den Testwilligen in MPreis- und Spar-Filialen dann maximal drei Test-Kits zur Verfügung, teilte das Land am Montag in einer Pressekonferenz mit. Dabei will man auch sogenannten Testhortungen einen Riegel vorschieben. Würden etwa sechs Testungen abgeholt, jedoch keine Gurgeltestabgabe verzeichnet, könnten die jeweiligen Personen keine weiteren Tests beziehen.

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Ergebnis soll in 24 Stunden vorliegen

Dies gelte, solange bis zumindest drei Tests durchgeführt und abgegeben wurden. „Das ist wichtig: Wir wollen nicht, dass Tests 'gehortet', sondern sinnvoll eingesetzt werden", erklärte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes. Mittels Registrierung auf der Tiroler Test-Plattform kann man nach erfolgtem Gurgeltest, sofern man den Abgabeschluss in den Supermärkten um 10 Uhr einhält, mit einem PCR-Testergebnis innerhalb von maximal 24 Stunden per SMS und E-Mail rechnen. 600.000 Test-Kits sind laut Rizzoli gegenwärtig schon in Tirol, wöchentlich sollen weitere Lieferungen hinzukommen.

Mit Mittwoch startet das Gurgel-Projekt jedenfalls in sieben Bezirken, am Freitag kommen Innsbruck und Innsbruck-Land hinzu. „Dann stehen 350 Supermarkt-Standorte in Tirol zur Verfügung, in denen die Test-Kits sowohl abgeholt als auch abgegeben werden können", erklärte Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP).

Zuversicht wegen „Lifebrain"-Einspruchs

Sorgen, dass das Projekt wegen des Feststellungsantrages beim Landesverwaltungsgericht vonseiten des Wiener Laboranbieters „Lifebrain" hinsichtlich der Vergabe an die Firma Novatium gefährdet sein könnte, hatten weder Leja noch Rizzoli. „Ich gehe davon aus, dass von Seiten der Firma Novatium alle Qualitätskriterien erfüllt werden", sagte Leja. Rizzoli verwies zudem darauf, dass man die „Leistung" über die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) bestellt habe und diese lediglich infrage kommende Unternehmen liste.

„Lifebrain" hatte das rechtliche Vorgehen damit begründet, dass Novatium nicht leistungsfähig genug sei. Man wolle nun selbst den Auftrag und verwies darauf, dass dieser „ein wesentliches Referenzprojekt" darstelle. Das Wiener Großlabor hatte laut Land ursprünglich den Zuschlag für den Auftrag erhalten, diesen aber nicht angenommen. Dies deshalb, weil die Vorbereitungsphase offenbar zu kurz gewesen sei.

Lifebrain bleibt beim Protest

„Lifebrain nimmt den Vergaberechtsschutz keinesfalls leichtfertig in Anspruch. Im konkret angesprochenen Fall der Beauftragung von Novatium haben wir im Rahmen unseres Feststellungsantrages an das Landesverwaltungsgericht ausführlich dargelegt, weshalb die Vergabe unseres Erachtens rechtswidrig erfolgt ist und haben dafür auch Beweise vorgelegt", meldete sich anschließend Lifebrain am Montag zu Wort. Man „vertraue darauf", dass das Landesverwaltungsgericht „diese Rechtsverstöße entsprechend feststellen wird.

In anderen Bundesländern seien ähnliche Fälle übrigens nicht bekannt, meinte das Unternehmen und ortete in Tirol eine „Häufung von aufklärungsbedürftigen Vorgängen" – auch mit Verweis auf die Causa Labtruck. Das sei umso bemerkenswerter, als Tirol erst spät mit der Umsetzung des Systems begonnen habe und entsprechend mehr Vorlaufzeit hatte. (TT.com)


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