Tiefster Blick ins Galaxie-Zentrum: Tiroler Physiker erforschte Schwarzes Loch

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Mit dem „Very Lagre Telescope“ in Chile wurden Sterne um ein Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße so genau wie noch nie beobachtet.
© ESO

Garching, Paris – Astronomen haben die detailliertesten und schärfsten Bilder der Region um das Schwarze Loch „Sagittarius A*“ im Zentrum der Milchstraße geschossen. Die Forscher, darunter der Tiroler Astrophysiker Gernot Heißel, entdeckten mithilfe des „Very Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte und einem 20-mal besseren Zoom so auch einen bisher unbekannten Stern im Zentrum unserer Galaxie. Im Fachjournal Astronomy & Astrophysics wir außerdem berichtet, wie durch die Analyse der Sternbahnen die bisher genaueste Messung der Masse des Schwarzen Lochs vorgenommen wurde. Als Schwarzes Loch wird ein Körper bezeichnet, dessen Gravitation so stark ist, dass nichts ihm entkommen kann, nicht einmal Licht.

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Reinhard Genzel, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, hat 2020 für seine Forschung zu „Sagittarius A*“ den Physik-Nobelpreis erhalten. Vom dunklen Zentrum der Milchstraße will man wissen, wie massiv das Schwarze Loch dort genau ist, ob es sich dreht und ob sich die Sterne in seiner Umgebung genauso verhalten, wie man es aufgrund von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie erwartet. Dazu sei es am besten, „Sterne auf ihren Bahnen in der Nähe des supermassereichen Schwarzen Lochs zu verfolgen“, teilt der Nobelpreisträger mit.

Der Tiroler Gernot Heißel schrieb einen Code, um die Daten zu analysieren.
© Heißel

Bei der Messung der Bahnen konnte er auf die Hilfe von Physiker Gernot Heißel zurückgreifen, der derzeit am Observatoire de Paris forscht und dem so genannten „Gravity“-Forscherkonsortium angehört. Der Tiroler hat einen Computercode geschrieben, mit dem man die Sternbahnen um das Schwarze Loch modellieren und etwa untersuchen kann, wie sich eine mögliche Verteilung Dunkler Materie auf die Bahnen der umliegenden Sterne auswirkt. Seine Arbeit speziell zu diesem Thema wird in den nächsten Tagen ebenfalls in Astronomy & Astrophysics erscheinen.

Heißel zu seinem Beitrag: „Die theoretischen Vorhersagen meiner Arbeit wurden von den Beobachtungen vorerst bestätigt, und wenn Theorie und Beobachtung übereinstimmen, dann strahlt der Physiker.“ (TT, APA)

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