Entgeltliche Einschaltung

Neue Absetzmöglichkeiten: Arbeiten zuhause lohnt sich steuerlich

Das Arbeitszimmer, ein guter Stuhl, aber auch das Pendlerpauschale sind laut Deloitte-Experte Kapferer absetzbar.

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Das Home-Office wegen Covid-19 bringt Steuernachlass.
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Innsbruck – 2021 neigt sich dem Ende zu, vor dem Jahreswechsel sollten noch steuerliche Angelegenheiten geklärt werden, um sich etwaige Vorteile zu sichern, empfehlen die Experten von Deloitte. Durch die Covid-19-Krise und den damit verbundenen rasanten Anstieg von Remote Working sei etwa die Absetzbarkeit der Ausgaben für das Home-Office so interessant wie nie zuvor. „Aufgrund des Lockdowns arbeiten viele Personen wieder von zuhause aus. Hier gibt es einige neue steuerliche Absetzmöglichkeiten, die bis 2023 beschränkt sind“, erklärt Andreas Kapferer, Partner bei Deloitte Tirol.

Entgeltliche Einschaltung

So sei es möglich, das Arbeitszimmer als Werbungskosten abzusetzen. Seit Inkrafttreten des Home- Office-Pakets muss Home-Office-Arbeit jedoch zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer schriftlich vereinbart werden. Die Möglichkeit, sämtliche Kosten wie beispielsweise Miete, Strom oder die Abschreibung für Einrichtungsgegenstände für ein Arbeitszimmer abzusetzen, bestehe jedoch nur, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt.

In der Vergangenheit hat das Finanzamt diese Voraussetzung nur bei sehr wenigen Berufsbildern wie Gutachtern, Schriftstellern oder Teleworkern ohne arbeitgebereigenen Arbeitsplatz als erfüllt angesehen, sagt der Steuerexperte. Nunmehr kann dieser Nachweis leichter erbracht werden, wenn in der schriftlichen Home-Office-Vereinbarung geregelt ist, dass zwingend mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit im Home-Office zu arbeiten ist.

Für Fälle, in denen kein steuerliches Arbeitszimmer vorliegt, wurde heuer das neue Home-Office-Pauschale geschaffen. Die Regelung sieht vor, dass der Dienstgeber für maximal 100 Tage pro Jahr im Home-Office drei Euro pro Tag steuerfrei an seine Dienstnehmer ausbezahlen kann. Der maximale jährliche Betrag beläuft sich folglich auf 300 Euro.

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Deloitte-Experte Andreas Kapferer empfiehlt: „Wenn der Arbeitgeber keinen Kostenersatz oder nicht die vollen drei Euro pro Tag leistet, kann der Differenzbetrag im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung – als so genannte Differenzwerbungskosten – steuerlich abgesetzt werden.“ Zudem können Privatpersonen Ausgaben für die Anschaffung von Gegenständen, die überwiegend beruflich genutzt werden, als Arbeitsmittel steuerlich geltend machen. Das betrifft in der Regel die Anschaffungskosten für Computer oder Laptop, Maus, Drucker, Webcams, EDV-Ausstattung sowie sonstiges Büromaterial. Betragen die Anschaffungskosten von solchen abnutzbaren Gegenständen mehr als 800 Euro (inklusive Umsatzsteuer), dürfen diese jedoch nur über ihre Nutzungsdauer im Wege der Abschreibung abgesetzt werden.

Das Pendlerpauschale steht Begünstigten übrigens bis 30. Juni 2021 auch dann zu, wenn man Corona-bedingt im Homeoffice gearbeitet hat. Das Pendlerpauschale in der Home-Office-Zeit schließt auch das Home-Office-Pauschale nicht aus. Ebenfalls zu bedenken seien Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen, die nach dem 28. Februar 2021 angeschafft wurden. Diese sollen künftig der Kapitalertragsteuer unterliegen. Ein automatischer Abzug der Kapitalertragsteuer sei aber erst ab dem Jahr 2023 vorgesehen. (ver)


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