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Wissenschaftsrat empfiehlt mehr Informatik-Unterricht an Schulen

Ebenso soll die Zahl der Professuren an den Hochschulen ausgebaut werden. Österreich hat viele Informatik-Studenten, jedoch wenig Absolventen.

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Symbolbild.
© pixabay/blickpixel

Wien – Informatik soll ab der Mittelschule bzw. AHS-Unterstufe als Pflichtfach eingeführt werden. Das empfiehlt der Wissenschaftsrat in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur "Informatik in Österreich". Außerdem hält das Beratungsgremium der Regierung einen Ausbau der Informatik-Professuren an den Hochschulen für nötig. Derzeit hat Österreich im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viele Informatik-Studenten, allerdings nur unterdurchschnittlich viele Absolventen.

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An den Schulen soll der Unterricht zentrale Programmierfähigkeiten, logisches Denken, Kompetenzen zur Analyse komplexer Daten sowie technisches Wissen etwa über Computer und das Internet vermitteln. Das Fach müsse von Informatiklehrern unterrichtet und deren Zahl ausgebaut werden, so der Wissenschaftsrat.

Derzeit werden an neun österreichischen Universitätsstandorten Informatik-Studien angeboten - im Studienjahr 2020/21 gab es 19 Bachelor- und 29 Masterstudiengänge. Im Wintersemester 2020 wurden rund 17.100 Informatikstudien belegt, rund zwei Drittel davon Bachelor- und ein Drittel Masterstudiengänge. Rund 2400 davon waren Bachelorstudien im ersten Semester, also Studienanfänger - das liegt etwas unter der gesetzlich vorgeschriebenen Zahl der Mindeststudienplätze, die zuletzt von 2500 auf 2800 erhöht wurde.

Kaum Abschlüsse in Toleranzzeit

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der prüfungsaktiv betriebenen Studien gestiegen, ebenso wie jene der Abschlüsse (auf knapp 800 bei Bachelorstudien im Studienjahr 2019/20) - allerdings wird kaum ein Studium in Mindestzeit beendet und auch nur wenige in der Toleranzstudiendauer (Mindestzeit plus zwei Toleranzsemester). Die Zahl der Abschlüsse in der Toleranzzeit war zuletzt sogar rückläufig.

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Im europäischen Vergleich ist das Bild "ambivalent": Bei den Zahlen der Studierenden findet sich Österreich meist im oberen Mittelfeld, bei den Master-Studierenden sogar im Spitzenfeld. Bei den Abschlüssen ist es dagegen umgekehrt: Bei den Bachelor-Absolventen liegt Österreich im unteren Mittelfeld, bei den Master-Abschlüssen dagegen im untersten Bereich. Das liegt laut Rat unter anderem daran, dass die Nachfrage nach Informatikern hoch ist und Studierende von Unternehmen bereits während der Ausbildung abgeworben werden ("Job-out").

In Sachen Forschung identifiziert der Wissenschaftsrat in Österreich die Bereiche Algorithms & Complexity, Computer Graphics, Computer Security; Computer Vision; Design Automation, Logic & Verification und Visualization als Stärkefelder in der Informatik. Schwächen ortet er dagegen bei Economics & Computation, Mobile Computing, Natural Language Processing und Operating Systems. (APA)


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