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Schlechte Karten für Prostitutions-Erlaubniszone in Innsbruck

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Der illegale, längst aufgelöste Straßenstrich in Innsbruck. Jetzt gibt es Pläne für eine legale – Erlaubniszone genannte – Variante.
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Innsbruck – Gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht: So beurteilen die Polizeibehörde und der zuständige Innsbrucker Vizebürgermeister Johannes Anzengruber die geplante Erlaubniszone. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein legaler, örtlich begrenzter Straßenstrich, der Frauen die Anbahnung der Prostitution ermöglichen soll.

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Wie berichtet, haben Grüne, FPÖ, SPÖ, NEOS, Ali, Liste Fritz und Gerechtes Innsbruck im Gemeinderat beantragt, das Projekt zu prüfen. Vizebürgermeister Anzengruber soll gemeinsam mit der Polizei ein Konzept ausarbeiten, die Erlaubniszone festlegen und die entsprechende Verordnung dem Gemeinderat vorlegen. Mit dieser Zone soll die Unabhängigkeit der Frauen von Zuhältern und Arbeitgebern gewährleistet werden.

Allerdings hat die Sache einen Haken: „Im Landespolizeigesetz ist zwar die Einrichtung einer Erlaubniszone für die Anbahnung der Prostitution vorgesehen“, sagt Polizeijurist Florian Greil: „Ausgeübt darf die Prostitution aber nur in genehmigten Bordellen werden.“ Also weder im Auto, im Freien noch in einer Privatwohnung. „Wo sollen die angebahnten sexuellen Handlungen dann durchgeführt werden?“

Ursprünglich sei für das neue Landespolizeigesetz auch die Einrichtung von Minibordellen in Wohnungen vorgesehen gewesen. „Dieses Modell wurde aber gekippt“, so Greil, „daher macht eine Erlaubniszone nur Sinn, wenn auch ein Bordell eingerichtet oder das Landespolizeigesetz geändert wird.“ Das sieht auch Anzengruber so. (tom)


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