Dank Verstärkung im Damen-Team soll es in der Ramsau „funken“

Zum Saisonstart war Lisa Hirner noch Einzelkämpferin, heute beim Heim-Weltcup schickt der ÖSV ein Kombiniererinnen-Trio ins Rennen.

  • Artikel
  • Diskussion
Die „fliegende Elektrikerin“ Eva Hubinger feierte heute mit 28 Jahren ihr Weltcup-Debüt in Ramsau.
© APA/Hochmuth

Von Benjamin Kiechl

Ramsau am Dachstein – Einsam zog Lisa Hirner zuletzt bei den Weltcups in Lillehammer (NOR) und Otepää (EST) ihre Runden. Ohne Zimmerpartnerin war die 18-jährige Steirerin viel auf sich alleine gestellt und sorgte mit Platz drei in Skandinavien für den ersten Weltcup-Stockerlplatz einer Österreicherin überhaupt. Heute kehrt der Kombiniererinnen-Tross nach Ramsau am Dachstein zurück. Hier feierte der Damen-Weltcup vor einem Jahr seine Geburtsstunde. „Für uns ist das eine coole Geschichte, wir freuen uns, dass wir als Team auftreten“, betont ÖSV-Trainer Bernhard Aicher. Denn neben Hirner sind diesmal auch Annalena Slamik und Eva Hubinger dabei.

Favoritin heute (10.30 Springen, 13.30 Uhr 5 km Langlauf/live ORF eins) ist die vierfache Saisonsiegerin und Weltmeisterin Gyda Westvold Hansen. „Ganz vorne sind die Norwegerinnen, aber dahinter gibt es viel Platz“, hofft Aicher auf eine starke Teamleistung. Die Innsbruckerin Slamik, die sich nach Platz zwei im Sommer Grand Prix in Villach eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zugezogen hatte, gibt mit nur 20 Schneesprüngen und dem Sieg beim Austria Cup in Ramsau ihr Weltcup-Comeback. „Ich habe keine Schmerzen mehr und bin froh, dass es so gut funktioniert auf der Schanze. Im Langlaufen habe ich noch einen Trainingsrückstand“, sagt die 18-Jährige und relativiert die Erwartungshaltung.

Hirner, Slamik, Hubinger (v. l.).
© ÖSV

Mit Eva Hubinger feiert die dritte ÖSV-Athletin in der Ramsau ihr Weltcup-Debüt. Die 28-jährige Steirerin gilt als Spätstarterin und entdeckte erst mit 23 Jahren die Liebe zur Schanze. „Ein großes Vorbild ist für mich Daniela Iraschko-Stolz, mit der ich gut befreundet bin!“ Nach einem Kreuzbandriss verpasste die Team-Älteste die vergangenen zwei Saisonen und will nun voll durchstarten. „Das Kribbeln ist ziemlich groß, ich bin nervös und freue mich, dass es losgeht“, erzählt Hubinger, die neben dem Sport Vollzeit arbeitet. Ihr Beruf als Elektrikerin am steirischen Erzberg wird auch in der Kombination für Hochspannung sorgen – es soll bei der Weltcup-Premiere gleich ordentlich „funken“.

Die ÖSV-Herren indes greifen ab Samstag mit zwei Bewerben in der Steiermark letztmals vor Weihnachten ins Weltcup-Geschehen ein. Die Hoffnungen ruhen erneut auf Johannes Lamparter, der 20-jährige Rumer sorgte in diesem Winter bereits für drei Stockerlplätze. Nach einem Fehler bei der Zeitnehmung in Otepää wurde ihm rückwirkend der fünfte (statt sechste Platz) zuerkannt. „Das ist natürlich im Hinblick auf den Gesamtweltcup sehr wichtig“, weiß der Doppel-Weltmeister, der auf seine beiden Landsmänner Lukas Greiderer und Manuel Einkemmer (beide erkrankt) verzichten muss. Trotz Heimvorteil sind nur sieben ÖSV-Athleten am Start. „Einige Athleten starten im Continentalcup“, begründet ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen.

Heute (15.35 Uhr/live ORF eins) sind auch die Spezialspringerinnen mit Vorjahressiegerin Marita Kramer in der Ramsau gefordert. Der Weltcup zählt mit Hinzenbach (26./27. Februar) zur „Alpenkrone“ – für die Siegerin gibt es 10.000 Euro Prämie.


Kommentieren


Schlagworte