Unterschätzte Gefahr: Wenn nicht nur die Kerzen am Christbaum brennen

Die Berufsfeuerwehr Innsbruck hat bei einer Übung am Freitag gezeigt, wie rasch es zu Weihnachten gefährlich werden kann.

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Von der brennenden Kerze bis zum Vollbrand in 120 Sekunden. Die Feuerwehr führte die Gefahren zu Weihnachten drastisch vor Augen.
© TT, Rita Falk

Von Clemens Markart

Innsbruck – Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. In der Weihnachtszeit kommt nicht nur das Christkind – sondern auch sehr oft die Feuerwehr. Trockene Christbäume führen über die Feiertage immer wieder zu Einsätzen. Die Innsbrucker Berufsfeuerwehr zeigte gestern vor, wie schnell es zu einem Vollbrand kommen kann.

Die Gefahr durch Kerzen, Laternen und Adventkränze in Innenräumen wird oft unterschätzt. Um auf dieses Risiko und seine Folgen aufmerksam zu machen, hat die Berufsfeuerwehr Innsbruck gestern ein solches Szenario vorgeführt – in einem nachgebauten Wohnzimmer. In der Übung am Gelände des Innsbrucker Recyclingzentrums Ahrental zeigte sich, wie schnell die eigene Wohnung in Flammen aufgehen kann: Die Decke auf einem Sofa fing dort durch Christbaumkerzen Feuer. Nach einer Minute qualmte bereits schwarzer Rauch aus der Wohnzimmerattrappe. Nach zwei Minuten brannte der Raum lichterloh.

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Dann schritt die Feuerwehr ein und beendete das feurige Spektakel. „Unser Team ist mit Atemschutz und Spezialausrüstung ausgestattet“, sagt Helmut Hager, Branddirektor der Berufsfeuerwehr Innsbruck. Ohne diese Ausrüstung herrscht absolute Lebensgefahr. Herrschen bei einem derartigen Brand doch Temperaturen von 600 bis 800 Grad und bilden sich giftige Rauchgase. Im Ernstfall geht es um jede Sekunde. „Man kann mit dem Feuerlöscher selbst einen Löschversuch starten, wenn man sich dabei nicht in Gefahr bringt. Ist das nicht mehr möglich, heißt es: Raum verlassen, Türe schließen und die Feuerwehr mit dem Notruf 122 alarmieren“, sagt Hager.

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Wer trotzdem nicht auf Kerzenschein am Heiligen Abend verzichten möchte, für den hat Johann Zimmermann, Branddirektor-Stellvertreter der Berufsfeuerwehr Innsbruck, ein paar Tipps: „Kerzen sollten mit ausreichend Abstand zu Möbeln, Vorhängen und Weihnachtsschmuck positioniert werden. Lassen Sie auch niemals Kinder oder Tiere mit brennenden Kerzen allein.“ Hager und Zimmermann raten zu Rauchmeldern, die wichtige Sekunden bringen können. „Rauchmelder retten Leben“, unterstrichen die beiden Experten mehrmals.

Innsbrucks Vize-BM Hannes Anzengruber (ÖVP) rief zum Verzicht auf Kerzen am Christbaum auf. Mittlerweile gebe es LED-Lichter, die wie echte Kerzen flackern würden.

Das Ende der Geschichte: kleine Ursache, großer Schaden.
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