US-Sensation in Gröden: Bennett gewann Abfahrt vor ÖSV-Ass Striedinger

Die Gröden-Abfahrt war am Samstag wieder für eine Überraschung gut: Der 29-jährige US-Amerikaner Bryce Bennett feierte sensationell seinen ersten Weltcupsieg. Während die großen Top-Favoriten allesamt leer ausgingen, komplettierten ÖSV-Läufer Otmar Striedinger und der Schweizer Niels Hintermann das Podest.

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Der 29-jährige US-Amerikaner Bryce Bennett feierte den größten Erfolg seiner Karriere.
© MARCO BERTORELLO

St. Christina/Gröden – Der Abfahrtsklassiker von Gröden brachte in Bryce Bennett einen Überraschungssieger hervor. Der Zwei-Meter-Mann aus den USA (29) feierte auf der Saslong am Samstag seinen ersten Weltcup-Sieg vor dem Kärntner Otmar Striedinger (+0,14 Sekunden) und Niels Hintermann (+0,32) aus der Schweiz. Österreichs Top-Asse Vincent Kriechmayr (14.) und Matthias Mayer (16.) fanden neuerlich kein Erfolgsrezept, Topfavorit Aleksander Aamodt Kilde schied mit Zwischenbestzeit aus. Gröden-Liebhaber Max Franz musste sich mit Platz zehn begnügen (+0,79).

Bennett schaffte nach zwei vierten Plätzen in Gröden (2018, 2020) den großen Wurf. „Es erinnert mich hier an das, was ich beim Skifahren liebe. Die Sprünge, die Wellen, ich genieße das einfach."

Striedinger mit „ziemlichem Grant" auf Platz zwei

Striedinger hatte schon als Zweiter im Abschlusstraining aufgezeigt. „Ich habe mein Material im zweiten Training gefunden, auch die 14 Hundertstel würde ich finden, aber alles in allem bin ich froh, dass ich meinen Speed ins Ziel gebracht habe." Besser als 24. war er in der Abfahrt im Grödnertal noch nicht gewesen. „Langsam kann ich mich mit der Saslong anfreunden. Ich habe mir das Leben hier immer wieder selbst schwer gemacht."

Im Super-G war Striedinger noch der Kaderselektion zum Opfer gefallen. Er habe schon einen „ziemlichen Grant" gehabt, betonte er. „Ich bin heute mit einer Wut an den Start gegangen." Für den Weihnachtsfrieden ist nun alles angerichtet. „So ein schönes Weihnachtsgeschenk habe ich mir selbst noch nie gemacht."

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Die Startnummer eins, die in Gröden aufgrund der Sonneneinstrahlung an sich unbeliebt ist, wollte der Kärntner nicht als Nachteil sehen. „Mir taugt's mit der Nummer eins, da habe ich es gleich hinter mir." Der 30-Jährige fuhr zum fünften Mal auf ein Weltcup-Podest, der Sieg war ihm bisher noch verwehrt. Max Franz bleibt der letzte Gröden-Abfahrtssieger aus Österreich (2016).

Mayer verpasste in seinem 200. Weltcup-Rennen den achten Podestplatz in Weltcup-Abfahrten in Folge und damit einen speziellen Eintrag in die Geschichtsbücher. Dieses Kunststück ist weiterhin Franz Klammer (10) und Stephan Eberharter (8) vorbehalten. Mayer verpasste es auch, seinen Vorsprung in der Abfahrtswertung auf Kilde deutlich auszubauen.

„Mir hat es beim zweiten Sprung bei der Landung genau vor dem Flachstück den Ski verschlagen. Das hat mich einfach zu viel Zeit gekostet." Er habe sukzessive Zeit verloren. „Wenn so etwas passiert, merkt man, dass man nicht mit der schnellsten Abstimmung unterwegs war."

Für Kriechmayr bleibt Platz sieben (2015) auf dieser Abfahrt als bestes Resultat in den Büchern. „Anscheinend mag mich die Saslong nicht recht", meinte der gewohnt selbstkritische Weltmeister. Es sei ihm einfach überall nicht so schön von der Hand gegangen, ein Startnummern-Rennen sah er nicht. „Der Bennett ist gewaltig gefahren, wenn er meine Nummer gehabt hätte, wäre er wahrscheinlich noch weiter vorne. Die Nummer war super, man sollte halt auch halbwegs skifahren."

Kilde: „Vielleicht haben wir gestern zu viel gefeiert?"

Kilde griff auf dem Weg zum dritten Gröden-Abfahrtssieg in Folge einmal mehr in die Trickkiste aus technisch feiner Klinge und Kampflinie, war bei der Einfahrt zur Ciaslat-Wiese aber zu gerade und verpasste mit deutlicher Zwischenbestzeit ein Tor. Er führte die Riege der geschlagenen Topfavoriten an. „Vielleicht haben wir gestern zu viel gefeiert?", scherzte der Vortages-Sieger dennoch. „Es passiert schnell in diesem Sport. Bryce war super, schön für ihn."

Kilde lässt nun die zwei Riesentorläufe (Sonntag, Montag) in Alta Badia aus. Dort hat Gesamt-Leader Marco Odermatt die nächste Chance auf fette Punkte, der Schweizer war als Zuschauer auch einer der Gewinner des Samstag. (APA, TT.com)

Abfahrt der Herren in Gröden:


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