Nach dem Wichteln kommt bei den Haien der Weihnachtsstress

Auf die Innsbrucker Haie warten fünf Spiele in neun Tagen. Der Beginn steigt heute (19.15 Uhr) in der Tiwag-Arena gegen Nachzügler Dornbirn.

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Gegen Graz gingen die Haie um Edelroutinier Martin Ulmer (r.) zuletzt in die Knie – heute wollen die Innsbrucker in der Tiwag-Arena gegen Dornbirn wieder ihr wahres Gesicht zeigen.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Die Haie waren am Sonntag nicht im Einsatz, haben sich nach den Ergebnissen und dank der Punkteschnittregelung aber wieder von Rang acht auf sechs verbessert. Das würde ein direktes Play-off-Ticket bedeuten. Es stehen aber noch harte Wochen und jetzt ein Monsterprogramm mit fünf Partien in den kommenden neun Tagen bis Jahresende an. Deswegen steht der Satz von Cheftrainer Mitch O’Keefe: „Man muss konsequent einen Weg finden, um Punkte zu sammeln.“ Seit dem Wiedereinstieg nach dem großen Corona-Ausbruch waren es im Dezember nur sieben Punkte aus den letzten sechs Spielen.

Die ausbaufähige Leistung bei der 2:3-Heimniederlage gegen Graz interpretiert O’Keefe wie folgt: „Wir müssen angepisst sein und dies in positivem Sinn gegen Dornbirn umsetzen.“ Die Vorarlberger hinken als Tabellenvorletzter ja hinterher. Am Mittwoch steigen die Haie dann schon wieder in den Bus nach Tschechien, wo tags darauf das Match gegen Znojmo steigt: „Mit der Donnerstags-Partie bin ich nicht glücklich. Aber es ist, wie es ist.“

Zu Weihnachten herrscht im Eishockey immer Hochbetrieb, wie der 37-jährige Kanadier notiert: „Normal ist, dass man die Zeit großteils mit Familie und Freunden verbringt. Aber wir sind auch eine Familie bei den Haien und stehen zusammen.“

Zuletzt rannte in der Kabine der Innsbrucker auch ordentlich der Schmäh, zumal die Wichtel-Geschenke bereits verteilt wurden. „Es waren lustige Sachen und Insider-Schmähs. Da waren ein paar tiefe Sachen dabei“, schmunzelt Eigengewächs Lukas Bär. Die Geheimnisse bleiben aber in der Kabine.

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„Es entscheiden Kleinigkeiten“, wirft der 33-jährige HCI-Routinier Martin Ulmer, der viele Jahre in der Schweiz als Legionär verbrachte, in den Ring: „Wenn ich einmal meine Karriere beende, freue ich mich am meisten darauf, zu Weihnachten mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können.“ Die legendäre Würstelsuppe geht sich auch heuer aus, zunächst will man sich heute aber nicht von Dornbirn die Suppe versalzen lassen. Dafür soll auch Goalie Tom McCollum sorgen, der wie eine Eins im HCI-Kasten steht: „Er ist seit Wochen überragend“, betont O’Keefe vor dem Pflichtsieg.

Dornbirns "Künstler" Saarinen verließ ICE-Bühne

Eishockey-Stürmer Jesse Saarinen hat den ICE-Club Dornbirn verlassen. Den 36-jährigen Stürmer-Routinier belasten die aktuellen Rahmenbedingungen abseits vom Eis. "Nicht das Spiel war das Problem, vielmehr die weltweite Gesamtsituation. In dieser Umgebung konnte ich nicht mehr meine beste Leistung abrufen", erklärte der frühere finnische Nationalteamspieler auf der Club-Webseite.

Er sehe sich auch als Künstler und möchte entsprechend Unterhaltung bieten. "In Europa bekommst du auf dem Eis viel Energie von der Stimmung der Fans. Die verwaisten Eishallen sind ein Hauptgrund dafür, warum ich mich im Moment sehr unwohl fühle und deshalb auch meine Leistung nicht bringen kann." In den vergangenen sechs Partien blieb der Angreifer ohne Scorerpunkt, er verlässt Dornbirn nach sechs Toren und acht Vorlagen in 21 Spielen.

Verflogen sind die Sorgen im Ländle damit nicht. Laut den "Vorarlberger Nachrichten" will Nikita Jevpalovs nicht mehr aufs Eis, weil er nach dem tragischen Tod von Bratislava-Stürmer Boris Sadecky Angst vor Corona-Nachwirkungen hat. Das bisher letzte Spiel des Letten liegt bereits fast einen Monat zurück.


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