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Hirschbühl verpasst coronabedingt Slalom von Madonna di Campiglio

Der 31-jährige Vorarlberger befinde sich in häuslicher Quarantäne. Die ÖSV-Asse wollen nach dem verpatzten Slalom-Auftakt in Val d'Isere beim Klassiker in Madonna ihre Stärke unter Beweis stellen.

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Christian Hirschbühl muss das Rennen in Quarantäne verfolgen.
© GEPA pictures/ Mathias Mandl

Madonna di Campiglio - Die Slalom-Spezialisten im alpinen Ski-Weltcup sind in diesem Olympia-Winter erst einmal zum Zug gekommen. Das letzte Rennen für sie in diesem Jahr steht am Mittwoch (17.45 und 20.45 Uhr/TT.com-Live-Ticker) in Madonna di Campiglio auf dem Programm. "Ich glaube, wir werden uns dort schon deutlich anders präsentieren", meinte Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher in seinem Ausblick auf den Nachtslalom-Klassiker. In Val d'Isere war Fabio Gstrein als 14. bester ÖSV-Torläufer gewesen.

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Das Rennen wird ohne Christian Hirschbühl über die Bühne gehen. Einen Tag nach Ski-Star Katharina Liensberger bremst das Coronavirus auch ihren Vorarlberger Landsmannaus. Der Technik-Spezialist wurde positiv auf Covid-19 getestet und fällt für Madonna di Campiglio aus. Der 31-jährige Vorarlberger befinde sich in häuslicher Quarantäne. Es gehe ihm gut, er zeige bisher keine Symptome, erzählte ÖSV-Slalomchef Marko Pfeifer im ORF-TV.

Hirschbühl, heuer Weltcup-Sieger des Parallelrennens in Lech/Zürs, sei im durch Verletzungen (Adrian Pertl) dezimierten und geschwächten (Marco Schwarz) ÖSV-Slalomteam der nächste "schmerzliche Verlust", sagte Pfeifer. Mit Corona-Infektionen müsse man derzeit trotz all der Vorsichtsmaßnahmen rechnen und umgehen, so Pfeifer. "Wenn wir unterwegs sind, sind wir in Einzelzimmern, in Hotels, wo sonst keine Leute sind. Mehr aufpassen geht nicht. Das Virus greift um sich und es macht vor nichts und niemandem wirklich Stopp zurzeit."

Pertl-Verletzung könnte Team stärker belastet haben

Für die so erfolgsverwöhnte rot-weiß-rote Slalom-Equipe war Frankreich vor gut einer Woche nur bedingt die Reise wert. Manuel Feller fädelte als Halbzeit-Fünfter ein, Hirschbühl wurde 21., Michael Matt und Comeback-Athlet Marco Schwarz verpassten die Final-Teilnahme der Top 30. Zwar deutete Puelacher an, dass er sich von einigen etwas mehr erwartet habe, grundsätzlich sah er jedoch keinen Grund zu Alarmismus gegeben. "Man muss der Mannschaft zugestehen, dass auch Rennen in die Hosen gehen können", stellte er klar.

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Zudem könnte der Ausfall von Adrian Pertl das Team stärker belastet haben, als es nach außen sichtbar war. Der Slalom-Vizeweltmeister war im Riesentorlauf auf der Face de Bellevarde am Tag vor dem Rennen mit den Skiern an einer Torstange hängengeblieben und gestürzt. Kreuzbandriss und Meniskusverletzung im rechten Knie - damit war die Saison für ihn beendet.

Feller in einer Nacht "um fünf Jahre gealtert"

Mit den Riesentorlauf-Plätzen drei und fünf in Alta Badia holte sich Feller gleich nach Val d'Isere - wo übrigens der ortsansässige Clement Noel triumphierte - einen Selbstvertrauen-Booster. Nach dem RTL-Doppel im Abteital am Sonntag und Montag freute er sich aber schon auf die Slalomschwünge. "Zwei Riesen hintereinander - das reicht mir. Ich bin jetzt in einer Nacht fünf Jahre älter geworden, kommt mir vor", scherzte der locker und gelöst wie selten zuvor wirkende Fieberbrunner.

Feller blickt optimistisch auf die Abfolge der großen Slalom-Klassiker, die mit Madonna starten. "Den Quoten-Einfädler im Jahr haben wir erledigt, da denke ich nicht mehr dran. Ich weiß, dass die Form im Slalom auch sehr, sehr gut ist. Das hat man auch gesehen, auch wenn die Bedingungen in Val d'Isere eigentlich genau das waren, was mir nicht entgegenkommt", erklärte der 29-Jährige. "Ich hoffe einmal, dass in Madonna ein bisschen mehr Wasser drinnen ist. Dann geben wir Gas." Laut Puelacher habe der für Technikevents zustände FIS-Verantwortliche Emmanuel Couder genau das versprochen.

Schwarz will "nicht an den Haxen denken"

Von einem guten Slalom-Gefühl sprach auch Schwarz. "Seit Val d'Isere ist schon ein guter Schritt vorwärts gegangen", sagte der Kärntner, den im November eine Knöchelverletzung fünf Wochen zum Zuschauen gezwungen hatte. "Ich glaube, dass ich schon mehr draufhabe und mehr will. Ich will einfach befreit Rennen fahren, nicht an den Haxen denken müssen und das fahren, was ich zurzeit draufhabe."

An Madonna hat er gute Erinnerungen, gelang ihm doch dort bei seinem ersten Start 2015 die Sensation mit Platz drei und damit der erste Podestplatz. 2018 war er beim Flutlicht-Spektakel sogar Zweiter. "Natürlich ist es immer gut, wenn man gute Erinnerungen an einen Hang hat. Ich freue mich richtig drauf. Der Hang liegt und taugt mir. Ich hoffe, dass die Piste auch gut ist", gab "Blacky" Schwarz zu Protokoll. (APA)


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