Abhängigkeit von Öl, Gas und Chips: Schramböck will mehr Autarkie

Wirtschaftsministerin Schramböck will weniger Abhängigkeit von Öl und Gas und Chips in Europa produzieren.

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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP).
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Wien, Innsbruck – „Europa muss unabhängiger werden“, sagt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Sie fordert einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien – speziell in Tirol wünscht sie sich einen weiteren Ausbau der Wasserkraft. Dadurch will sie mehr Unabhängigkeit von hohen Energiepreisen bei Öl und Gas erreichen. Schramböck bestätigt die Position Österreichs in den aktuell stattfindenden EU-Taxonomie-Verhandlungen zur Frage, welche Energieformen als ökologisch nachhaltig einzustufen seien, gegen eine Einstufung von Atomenergie als nachhaltig. Schramböck sieht Österreich mit seiner Einstellung jedoch in der Minderheit, daher sei es für sie „eine Mindestanforderung, dass zumindest auch Gas als Übergangstechnologie anerkannt wird“. Schramböck findet jedoch, dass sich die Europäische Kommission „mit der Förderung von Atomstrom keinen Gefallen tut“.

Durch die Lieferkettenengpässe während der Corona-Krise sei auch klar geworden, wie abhängig die Industrie vor allem in puncto Halbleiter von China sei. „Hier muss gegengesteuert werden.“ Sie verweist auf den Silicon Alps Cluster, der an den Standorten Kärnten und Steiermark die Elektronik- und Mikroelektronikbranche weiterentwickeln soll. Auch europaweit werde mit dem „Chip-Gesetz“ Technologieförderung betrieben. 150 Milliarden Euro sind bereits geflossen, um bei der Entwicklung und Herstellung von Mikrochips voranzukommen. Auch der steirische Leiterplattenhersteller und Technologiekonzern AT&S wird bis zu 120 Millionen Euro in Forschung und Weiterentwicklung investieren, fast 30 Millionen an Steuergeldern fließen laut Schramböck in die Chipentwicklung. Zudem gebe es einen Masterplan der Regierung, um notwendige Rohstoffe für die Industrie, die derzeit hauptsächlich importiert werden, nutzbar zu machen. Auch bei der Produktion von Medikamenten müsse Europa unabhängig sein. Schramböck verweist auf die Modernisierung der Antibiotika-Produktion von Novartis in Kundl.

Gerade in der Corona-Krise sei klar geworden, dass ohne Digitalisierung nichts möglich sei, weder die Entwicklung von Impfstoffen noch die Auswertung von Corona-Tests. Ein digitales Pflichtfach soll eingeführt werden und alle SchülerInnen ab 11 Jahren sollen ein digitales Endgerät bekommen, verspricht die Ministerin. Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie bezeichnet Schramböck das „Boostern“, also die dritte Impfung gegen das Coronavirus, als wichtig zur Absicherung des Wirtschaftstandorts Österreich. (ver)

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