Bildhauer Jos Pirkner belebt den Tristacher Löwen

Der Bildhauer Jos Pirkner hat das Motiv des Gemeindewappens als Bronzeguss umgesetzt. Es wird in ein Betonportal eingelassen und beleuchtet.

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Jos Pirkner hat das Wappen seiner Heimatgemeinde Tristach als Bronzerelief für ein Begrüßungsportal an der Ortseinfahrt umgesetzt.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Tristach – Der inzwischen 94-jährige Künstler Jos Pirkner lebt und arbeitet seit dem Jahr 1978 in Tristach, einer direkten Nachbargemeinde im Südosten von Lienz. Der Bildhauer war damals nach 25 Jahren in den Niederlanden in seine Heimat zurückgekehrt.

Der Künstler, der für seine Arbeit nicht nur in Europa, sondern auch in den USA geschätzt wird, entwarf ein Bronzerelief für das neue Tristacher Begrüßungsportal an der Lavanter Straße, die TT berichtete. Das Relief ist quadratisch mit einer Seitenlänge von 90 Zentimetern, wiegt knapp 100 Kilogramm und zeigt das Wappen der Gemeinde, einen liegenden, nach links gewendeten Löwen, der eine Sense hält. Das Wappen erinnert an das Tristacher Geschlecht der Herren von Erenberg, deren Burg schon im 13. Jahrhundert verfallen ist. An der Westseite des Tristacher Kirchturms ist ein Wappenstein, den man einst bei der Erenberg-Ruine fand, mit diesem Motiv eingemauert.

Pirkner bedauert zwar, dass diese Auftragsarbeit keine Spielräume künstlerischer Interpretation zugelassen habe. „Dennoch ist es schön, dass in meiner Heimatgemeinde in Zukunft auch ein Bronzeguss öffentlich zu sehen sein wird.“ Der Bürgermeister Markus Einhauer habe ihn um diesen Beitrag gebeten. Das Relief wird in ein vorgefertigtes Betonportal eingelassen und beleuchtet.

Bekanntheit erlangte Pirkner unter anderem durch seinen Brunnen für den Sparkassenplatz in Innsbruck oder die Gestaltung des Red Bull Headquarters in Fuschl am See mit seinen „Bullen von Fuschl“. Eine Herde von 14 überlebensgroßen Bullen gilt mit ihrer Länge von mehr als 22 Metern als die größte Bronzeplastik in Europa. Seit drei Wochen schmückt ein Bronzeguss-Pferdetorso Pirkners den Vorplatz des Landesgerichtes in Innsbruck. Im Sommer legte der Bildhauer einen Entwurf für die bevorstehende Neugestaltung des Lienzer Hauptplatzes vor. Bereits vor 30 Jahren, noch unter dem damaligen Lienzer Bürgermeister Hubert Huber, hatte es schon konkrete Pläne für eine Umgestaltung gegeben, die jedoch nicht umgesetzt worden waren. „Ich bin auf dem Hauptplatz aufgewachsen, deswegen liegt er mir am Herzen“, betont Pirkner immer wieder.

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