Startups in Tirol: Mit 10 Millionen Euro gegen die Risikoscheu

Ein neuer Risikokapitalfonds für Hightech-Startups soll den Wirtschaftsstandort Tirol stärken. An Bord sind namhafte Investoren.

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Christoph Huber, LH Günther Platter, Jasmin Güngör und Josef Margreiter (v. l.) bei der Präsentation des neuen Fonds.
© Lebensraum Tirol Holding/Berger

Von Anna Haslwanter

Innsbruck – „Die Kluft zwischen akademischem und wirtschaftlichem Leben ist nach wie vor groß. Klappen kann es aber nur, wenn beide Seiten zusammenarbeiten“, sagt einer, der es wissen muss. Mit Christoph Huber, Mitgründer von BioNTech, hat der neue Risikokapitalfonds der Lebensraum Tirol Holding einen bekannten Investor an Bord.

Eine Million Euro steckt Huber in die „Onsight Ventures+“, wie der international ausgerichtete Fonds mit Sitz in Innsbruck heißt. Denn er wolle etwas unternehmen gegen „die große Risikoscheu in Europa“, die er selbst „am eigenen Leib erfahren musste“. Wolle man vorne mit dabei sein, müsse man diese nämlich schleunigst loswerden, betont der Forscher. Genau das hat man sich zum Ziel gemacht, erklärt die Geschäftsführerin der „Onsight Ventures+“ Jasmin Güngör.

Investiert werden soll in Startups mit „exzellenten Gründerteams, die mit ihren Technologien neue Standards setzen“, schildert sie. Und zwar in der risikoreichen Anfangsphase, in der Banken oft abspringen. 10 Millionen Euro wurden dafür bereits eingesammelt, 20 Mio. Euro sind das Ziel.

Neben Huber tritt auch der Unternehmer Hermann Hauser als Investor auf, aber auch die BTV erweise sich als „starker regionaler Partner“, erklärte Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Holding. 1,45 Mio. Euro steckt diese in das Projekt – und zwar für administrative Zwecke. „Investoren, die ins Risiko gehen, müssen deshalb keine Angst haben, dass ihr Geld in der Verwaltung aufgerieben wird“, so Margreiter. Mit dem Fonds, der aus öffentlicher und privater Hand gefüttert wird, folge man einem Trend, der sich in Europa zunehmend ausbreite.

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Von den Millionen profitieren sollen Startups, die sich mit Zukunftstechnologien auseinandersetzen, etwa im Bereich des Klimas oder der Mobilität. Ausgewählt werden sie anhand ihrer Technologie und den globalen Vermarktungsmöglichkeiten. Zudem schaue man sich die „Attraktivität des Marktumfelds in Bezug auf Wettbewerb, Marktpotenzial sowie volkswirtschaftliche und demografische Trends an“, schildert Güngör. Und: Eine plausible Kapitalbedarfsplanung bis zur nächsten Finanzierungsrunde müsse gegeben sein.

Getragen wird der Fonds von der Standortagentur Tirol, der Hermann Hauser Management GmbH und der Round 2 Capital. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, dann will man den Investoren etwas zurückgeben können. Investiert wird vorwiegend im deutschsprachigen Raum, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Tirol liegt. „Exzellente Köpfe“ sollen im Land bleiben, betonte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), und den „starken Wirtschaftsstandort Tirol weiterentwickeln“.


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