Fotofallenbild zeigt erstmals Wildkatzennachwuchs in der Wachau

Die "erfolgreiche Reproduktion" steigere laut Naturschutzbund die Chance auf einen nationalen Schutzstatus.

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Die Wildkatzen-Population in der Wachau ist im Wachsen. Ein Fotofallenbild aus dem Sommer 2021 zeigt erstmals ein Jungtier.
© APA/PETER GERNGROSS

St. Pölten – Die Wildkatzen-Population in der Wachau ist im Wachsen. Ein Fotofallenbild aus dem Sommer zeige erstmals ein Jungtier, berichtete der Naturschutzbund am Mittwoch in einer Aussendung. Das verbessere die Aussicht auf Änderung des Gefährdungsstatus und verbindliche Schutzmaßnahmen. "Erst wenn eine 'erfolgreiche Reproduktion' nachgewiesen werden kann, steigt die Chance auf einen nationalen Schutzstatus", erklärte Ingrid Hagenstein von der Koordinations- und Meldestelle Wildkatze.

In den vergangenen beiden Jahren waren auf Flächen der Österreichischen Bundesforste in der Wachau mehrere Individuen nachgewiesen worden. Dass nun ein Jungtier beim Erkunden eines Lockstocks abgelichtet wurde, sei "ein Meilenstein für diese Art, die in Österreich offiziell noch immer als ausgestorben oder verschollen gilt", hieß es. Dieses Foto bestätige "die seit langem gehegte Vermutung, dass sich die Wildkatze erfolgreich bei uns etabliert hat und auch fortpflanzt". "Der erstmalige Nachweis von Jungkatzen krönt die gemeinsame Arbeit von Naturschutzbund und Bundesforsten, die sich unter dem Motto 'Unsere wilden Katzen' auch für den Fortbestand des Luchses in Österreich einsetzen", sagte Christina Lassnig-Wlad, Leiterin Naturraummanagement bei den Bundesforsten.

Die Felis Silvestris gilt bei uns nach wie vor als ausgestorben.
© APA/Robert Hofrichter

"Die Wildkatze mit dem wissenschaftlichen Artnamen Felis silvestris gilt bei uns nach wie vor als ausgestorben, verschollen oder ausgerottet, dementsprechend gibt es keine behördliche Verpflichtung Schutzmaßnahmen zu setzen", erklärte Hagenstein. Seit ihrer Gründung 2009 ist die Koordinations- und Meldestelle Wildkatze beim Naturschutzbund angesiedelt und sammelt alle Sichtungen in Österreich - darunter 99 genetisch überprüfte Nachweise und rund 360 bestätigte Hinweise - in einer Datenbank. (APA)

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