Sperrstunde ab Montag bei 22 Uhr: Partybremse vor Silvester

Lokale müssen nach Weihnachten wieder um 22 Uhr schließen – Touristiker üben scharfe Kritik.

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Die Sperrstunde soll Partys zu Silvester in Lokalen verhindern. Die Politik appelliert, die Feiertage und den Jahreswechsel ruhig zu begehen.
© IStock

Wien, Innsbruck – Am Freitag wurden die Corona-Regeln für die Feiertage gelockert, gestern wieder verschärft. Die hochinfektiöse Omikron-Variante des Coronavirus treibt die Politik vor sich her. Bund, Länder und Experten einigten sich deshalb auf die Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr ab 27. Dezember. Auch neue Beschränkungen bei Veranstaltungen treten in Kraft und ab dem Christtag (25. Dezember) gelten strengere Einreiseregelungen für die von Omikron hauptbetroffenen Länder Großbritannien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen. Ausnahmen von der zehntägigen Quarantäne gibt es nur für dreifach Geimpfte mit negativem PCR-Test.

Präsentiert wurden die Maßnahmen von der „gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination“, kurz Gecko. Die Politik steigt damit vor Silvester auf die Partybremse und will ein Befeuern der Infektionszahlen bzw. von Omikron verhindern. Anfang Jänner wird bereits mit der Omikron-Welle in Österreich gerechnet. Nächste Woche wird deswegen erneut beraten, weitere Nachschärfungen werden nicht ausgeschlossen.

Auch nicht von Tirols LH Günther Platter (VP), der die Sperrstundenregelung zwar kritisch sieht, weil sich dann die Feiern und Zusammenkünfte wieder in den privaten Bereich verlagere. Aber man trage alles mit, letztlich gehe es um die Sicherheit.

📽️ Video | Keine Silvester-Partys, Einschränkungen bei Events

Der Tourismus ruft bereits nach finanzieller Hilfe. „Mit den verschärften Einreisebestimmungen wurde quasi ein Lockdown für die westlichen Tourismusbetriebe verkündet“, klagt ÖVP-Tourismussprecher LA Mario Gerber. Ohne Hilfsmaßnahmen würden viele Betriebe den erneuten Stillstand nicht überleben.

Der grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid verteidigt den grünen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Nicht nur er allein habe die Verschärfungen beschlossen. Kritik am „Zickzackkurs“ der Regierung kommt von NEOS-Klubobmann Dominik Oberhofer. Das Hin und Her habe Verunsicherung und Unplanbarkeit gebracht und dementsprechend viele Stornos. Laut Österreichischer Hoteliersvereinigung, die ebenfalls finanzielle Hilfe fordert, würde jede zweite Buchung aufgrund der Auflagen storniert.

Am Silvester-Programm der Stadt Innsbruck ändert sich vorerst nichts. Am Feuerwerk von der Seegrube hält man fest. Auch die Lichtinstallationen soll es ab 29. Dezember geben. Das Motto „Alles draußen statt drinnen“ erfährt durch die Sperrstunde um 22 Uhr aber einen „Wermutstropfen“, wie ÖVP-Vizebürgermeister Hannes Anzengruber erklärt. Die gilt auch für die Wintergastgärten. (TT)


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