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Berufung gegen Wilhelm: Haselsteiner lässt das Klagen nicht sein

Erls Festspielpräsident geht im Klagsmarathon gegen Blogger Wilhelm in die Berufung. LR Palfrader trägt das mit.

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Hans Peter Haselsteiner hat in Erl das Sagen. Die Festspiele verlängern den schon 3,5 Jahre dauernden Rechtsstreit mit Markus Wilhelm.
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Von Markus Schramek

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Erl, Sölden – Zum Weihnachtsfrieden im Match Tiroler Festspiele Erl versus Blogger Markus Wilhelm reicht es nun doch nicht. Die Festspiele halten das Klagskarussell gegen den Ötztaler Publizisten im letzten – von ursprünglich 18 – Zivilprozessen am Laufen und gehen in die Berufung.

Im besagten Rechtsstreit hatte das Landesgericht Innsbruck dem Blogger in erster Instanz Recht gegeben. Wilhelm hatte vor bald vier Jahren auf seiner Webseite dietiwag.org schwere Vorwürfe gegen die Festspiele Erl erhoben und damit in weiterer Folge den Rücktritt von Intendant Gustav Kuhn ausgelöst. Wilhelm schrieb damals, im Februar 2018, vom „Verdacht auf Lohndumping, Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit und Abgabenhinterziehung“ in Erl. Die Festspiele verlangten vor Gericht den Widerruf dieser Aussagen und blitzten damit ab, denn das Landesgericht Innsbruck sah Wilhelms Behauptungen als „in ausreichendem Umfang bewiesen“ an.

Mit diesem Spruch in erster Instanz hätte man den Rechtsstreit beenden können. Dafür gab es eine prominente Fürsprecherin: Kulturlandesrätin Beate Palfrader, Mitglied des Stiftungsvorstands der Festspiele, riet ausdrücklich dazu, das Klagen sein zu lassen. Ihre Begründung vor zwei Wochen gegenüber der TT: „Für die Strahlkraft der Festspiele Erl in Österreich und auch außerhalb wären weitere Streitigkeiten vor Gericht wohl kaum förderlich.“

Doch das Sagen in Erl hat jemand anderer: Festspielpräsident und Multimillionär Hans Peter Haselsteiner, der Hauptfinanzier des kulturellen Treibens. Haselsteiners Anwalt unterbreitete Wilhelm ein, wie der Blogger es nennt, „unmoralisches Angebot“: Wenn Wilhelm künftig nicht mehr über die Festspiele Erl berichte, würde von einer Berufung abgesehen. Darauf stieg der Blogger nicht ein, daher sieht man sich vor dem Berufungsgericht wieder.

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Landesrätin Palfrader trägt diese Entscheidung jetzt mit. Ihre Begründung: Anwälte hielten die Klagschance aus der Sicht Erls für „durchaus intakt“. Dass sie umgefallen sei, will die Politikerin so nicht sehen. Palfrader: „Die Fronten auf beiden Seiten haben sich derart erhärtet, dass bis zu einem endgültigen Urteil keine Ruhe sein wird.“


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