Chinas Regierung legte Gesetzesentwurf gegen sexuelle Belästigung vor

Frauen kämpfen in China nach wie vor mit zahlreichen Hindernissen im Arbeitsleben. So sind sie traditionell für die Kindererziehung verantwortlich. In zahlreichen Stellenanzeigen werden zudem männliche Bewerber klar bevorzugt.

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Frauen werden bei Stellenanzeigen in China immer noch benachteiligt.
© Xiao Yijiu via www.imago-images.de

Peking – Nach zahlreichen Fällen von sexueller Belästigung und Diskriminierung hat die chinesische Regierung einen Gesetzentwurf gegen die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz vorgelegt. Der am Freitag veröffentlichte Entwurf sieht unter anderem vor, dass Arbeitgeber in Stellenanzeigen keine geschlechtsspezifischen Präferenzen angeben und Bewerberinnen nicht nach ihrem Familienstand oder einer Schwangerschaft befragen dürfen. Dies ist in China nach wie vor gängige Praxis.

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen zudem klar definieren, was sexuelle Belästigung ist, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Dem Entwurf zufolge sind "vulgäre Äußerungen", "unangemessenes körperliches Verhalten" oder "die Darstellung oder Verbreitung sexueller Bilder, Informationen, Texte, Audio- oder Videodateien" am Arbeitsplatz verboten. Außerdem müssen Arbeitgeber Mechanismen einrichten, um solchen Vorkommnissen vorzubeugen, sie "unverzüglich" zu untersuchen und zu reagieren. Es werden jedoch keine Einzelheiten zu Sanktionen genannt.

Frauen in China benachteiligt

Frauen kämpfen in China nach wie vor mit zahlreichen Hindernissen im Arbeitsleben. So sind sie traditionell für die Kindererziehung verantwortlich. In zahlreichen Stellenanzeigen werden zudem männliche Bewerber klar bevorzugt. Einem Bericht von Human Rights Watch vom Juni zufolge ist es gängige Praxis, dass Arbeitgeber weibliches Personal bei der Einstellung dazu zwingen, sich vertraglich zu verpflichten, mehrere Jahre lang nicht schwanger zu werden.

Anfang Dezember entließ der Onlinehandelskonzern Alibaba eine Mitarbeiterin, die einen Manager sexueller Übergriffe beschuldigt hatte. Die Behörden gehen zudem hart gegen Aktivisten vor, die Fälle sexueller Diskriminierung und Gewalt nach dem Vorbild der #MeToo-Bewegung anprangern.

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Für Schlagzeilen sorgte zuletzt das Verschwinden der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai aus der Öffentlichkeit, nachdem sie einem hochrangigen Regierungsmitglied sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte. Später zog sie die Vorwürfe offiziell wieder zurück. (APA/AFP)


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