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Geschenke für Bedürftige in Tirol: Die Christkindln aus der Nachbarschaft

Über 100 Tiroler Kinder aus bedürftigen Familien konnten am Heiligen Abend Geschenke auspacken. Zu verdanken war das zwei Vereinen.

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Reini Happ bei der Rikscha-Challenge, an der im Sommer auch das Soccerteam teilnahm. Der Erlös floss in soziale Projekte.
© Happ

Von Thomas Hörmann

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Innsbruck – Sie kommen nicht durch den Kamin, sie reisen auch nicht am Heiligen Abend mit fliegenden Rentier-Kutschen durch den Nachthimmel. Dennoch leben in Tirol gleich mehrere „Christkindln“, die über 100 in Armut lebenden Kindern ein frohes Weihnachtsfest ermöglichten. Dazu zählen Reini Happ und seine Freunde. „Wir haben vor Weihnachten viele Briefe erhalten, die Kinder ans Christkind schrieben“, erzählt Happ, der vor vier Jahren einen Benefizverein gründete: „Von 53 Kindern, deren Eltern sich keine Geschenke leisten können, haben wir die Wünsche erfüllen können.“ Happ weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, arm zu sein. „Mir ist es als Vater von vier Kindern einige Jahre selbst schlecht gegangen. Als sich meine Situation gebessert hat, beschloss ich, etwas für andere zu tun.“

Der Startschuss für ein Erfolgsprojekt: Obwohl heuer mehrere Benefizveranstaltungen Corona zum Opfer fielen, „sind bei uns 90.000 Euro an Spenden eingegangen“, freut sich Happ: „Das Geld kommt vorwiegend von privaten Helfern. Die Pandemie hat die Leute eher noch spendabler gemacht.“

Happ und Freunde helfen nicht nur Kindern in der Weihnachtszeit – sondern das ganze Jahr über auch Obdachlosen, Mindestrentnern und allen, die Unterstützung benötigen. „Bedürftige Familien erhalten Lebensmittelpakete, in den Päckchen von Wohnungslosen befindet sich neben Essen auch ein Packerl Zigaretten und warme Kleidung.“

Zu den Tiroler Christkindln zählen auch die Mitglieder des „Soccer Teams“ aus Rum: „Wir haben heuer die Weihnachtswünsche von 57 Kindern aus bedürftigen Familien erfüllt“, erzählt Vereinsobmann Harald Lederer: „Pro Kind gaben wir im Schnitt zwischen 80 und 100 Euro für Playmobil, Lego usw. aus.“ Auch für das Soccer Team war das heurige Jahr schwierig: „Weil Benefizveranstaltungen wegen der Pandemie ausgefallen sind“, erzählt der Obmann: „Dennoch sind 81.000 Euro an Spenden eingegangen.“ Für den 2009 vom Soccer Team gegründeten Hilfsfonds „Help for Kids“ ein Rekordergebnis. Insgesamt hat der Verein in den vergangenen zwölf Jahren über eine halbe Million Euro gesammelt und an Hilfsbedürftige verteilt. Lederer und seine Mitstreiter unterstützen auch im großen Stil: heuer beispielsweise die Familie der einjährigen Leonie. Das Kind leidet an einer seltenen Krankheit und verträgt kein Licht. „Sogar Neonlicht verursacht Hautschäden“, weiß der Obmann. „Ein einziges Spezial-T-Shirt, das die Haut schützt, kostet 700 Euro.“ Und der notwendige Umbau des Familien-Wohnsitzes noch viel mehr: „Wir konnten mit 40.000 Euro helfen, weitere 20.000 Euro kamen von Unternehmen.“ Wenn’s um die gute Sache geht, nehmen Lederer und Happ auch Schmerzen in Kauf. So lieferten sich die beiden Obmänner 2019 einen öffentlichen Boxkampf, mit dem Erlös wurde eine Delfintherapie für ein achtjähriges Mädchen finanziert. Happ und Lederer setzen auf das gleiche Erfolgsrezept: „Bei uns wird kein einziger Cent für die Verwaltung oder Werbung ausgegeben, die Spenden landen eins zu eins bei Tiroler Hilfsbedürftigen.“

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Auch Hannes Bolli will helfen. Als im Frühjahr ein zweifacher Vater aus dem Wipptal bei einem Auffahrunfall ums Leben kam, versteigerte der Stubaier spontan sein Motorrad und spendete den Erlös der betroffenen Familie. Mittlerweile hat er den Benefizverein „Kräfte der Heimat“ gegründet. Der Verein wird nicht nur von privaten Spendern, sondern auch Künstlern unterstützt, die ihre Werke für Auktionen zur Verfügung stellen. „Wir helfen rasch und unbürokratisch“, sagt Bolli, dessen Verein aktuell beispielsweise ein Mädchen mit einem Gen-Defekt und eine Tirolerin, die an Multipler Sklerose leidet, unterstützt.


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