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„Don’t look up“ auf Netflix: Nur noch schnell die Welt retten

DiCaprio, Streep, Blanchett und Co. in der Endzeitsatire „Don’t look up“. Auch viele Stars ergeben keinen guten Film.

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Die Wissenschafter Kate (Jennifer Lawrence) und Randall (Leonardo DiCaprio, von r.) warnen vor einem Killerkometen. Die Quasselmoderatoren Brie (Cate Blanchett) und Jack (Tyler Perry) finden das lustig.
© Netflix

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Pünktlich zu Weihnachten (= die Zeit, in der, wenn sonst nicht mehr viel läuft, Filme laufen) ging „Don’t look up“ online.

Im Cast von Regisseur Adam McKay tummeln sich hochbezahlte und -dekorierte Stars gleich haufenweise: Herr DiCaprio wirkt mit, nebst Frau Streep und Frau Blanchett, Popsternchen Ariana Grande mimt ein ... Pop- sternchen und, und, und.

Aber ergibt so etwas zwangsläufig das nächste Must-See aus den Studios der nimmermüden Streamingmaschine Netflix? Mitnichten! „Don’t look up“ ist ein mit viel Aufwand und wenig Inhalt abgefertigtes Endzeitfilmchen.

📽️ Trailer | „Don’t look up“:

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Der Plot klingt allseits bekannt: Ein Komet rast auf unser aller Erde zu, ein wahrer Planetenkiller sogar, der das Zeug dazu hat, Mutter Erde und alles, was darauf kreucht und fleucht, auszulöschen. Bis zum Aufprall bleibt ein schlappes halbes Jahr.

Die Entdecker des bevorstehenden Infernos, Astronom Professor Randall (Leonardo DiCaprio als hypernervöser Pillenschlucker) und Doktorandin Kate (Jennifer Lawrence, hysterisch und belächelt) wollen die Welt retten. Bloß ist die aktuell viel mehr daran interessiert, wie es um das Liebesleben von Gesangsstar Riley (Ariana Grande) bestellt ist. Offenherzig plaudert sie darüber auf allen verfügbaren medialen Kanälen.

Apropos Medien. Diese bekommen eins auf die Mütze, schenken sie den alarmierten Wissenschaftern doch herzlich wenig Glauben. Ein grausam banales Paar von TV-Moderatoren (Cate Blanchett, Tyler Perry) nimmt die beiden Auskenner auf die Schaufel. Ganz by the way vernascht Frau Moderatorin hernach doch glatt auch noch den Herrn Professor. Geniales Drehbuch aber auch!

Im Weißen Haus, seit Frank Underwood in „House of Cards“ mithin der Hort alles Bösen, wäre jemand für die Rettung, wenn schon nicht der Welt, so wenigstens der USA, zuständig. Doch Frau Präsidentin Janie Orlean (Meryl Streep in einer bemühten Donald-Trump-Parodie) ist mit sich selbst beschäftigt: Sex-Skandal, bevorstehende Zwischenwahl, Message Control – man kennt das alles schon, nur eben viel besser und böser, aus der Amtszeit von Mr. und Mrs. Underwood.

Um von privaten Troubles abzulenken, schickt Miss President schließlich doch einen Veteranen samt Atombomben ins All, um den Kometen von seinem Kurs abzubringen. Aber nichts da, Kommando retour! Jetzt tritt das Kapital auf den Plan. Ein Multiunternehmer will den rasant näherkommenden Flugbrocken in appetitliche Happen zerlegen, um enthaltene Rohstoffe mit Riesenprofit zu ernten. Das alles geht natürlich fürchterlich in die ... eh schon wissen.

Liebt euren Planeten, bevor es zu spät ist, lautet die unterschwellige Botschaft dieses streambaren Produkts. Wenigstens an diesem Ansatz gibt es nichts zu bekritteln.


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