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Teuerungsschübe so hoch wie seit 1992 nicht mehr: Staat soll reagieren

Die Teuerungswelle rollt, für die Tirolerinnen und Tiroler muss die Regierung laut TT-Umfrage mit Entlastungen eingreifen.

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Die Treibstoffpreise sind binnen Jahresfrist kräftig gestiegen.
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Innsbruck – Zuletzt ist die Inflationsrate in Österreich auf 4,3 Prozent gestiegen, in Deutschland sogar auf über 5 Prozent. Die Teuerung ist momentan so stark und damit so hoch wie seit 1992 nicht mehr. Und immer mehr Experten sagen, dass das kein kurzfristiger Spuk ist. Die Teuerung sei auch aufgrund der Lieferprobleme durch die wegen Corona außer Tritt geratenen Lieferketten viel hartnäckiger als erhofft.

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Laut der neuen Silvesterumfrage der TT (Gallup befragte dazu repräsentativ 600 Tirolerinnen und Tiroler) verlangt eine Mehrheit von 52 Prozent ein Eingreifen des Staates. Die öffentliche Hand müsse, wo immer das möglich ist, etwa durch Senkungen oder zumindest ein Einfrieren bei Gebühren oder Steuern die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger abfedern. Mit einer Teuerungswelle werde die Bevölkerung noch länger leben müssen, finden hingegen 39 Prozent der Befragten. Für die restlichen 9 Prozent ist der aktuelle Preisschub nur ein vorübergehendes Phänomen.

Während 58 Prozent der Frauen den Staat in die Pflicht nehmen, er solle jetzt an der Preisfront eingreifen, sind es im Vergleich dazu „nur“ 46 Prozent der Männer. Auch der Anteil der Jungen (16 bis 29 Jahre) ist diesbezüglich mit 61 Prozent deutlich höher als der Anteil der über 50-Jährigen mit 46 Prozent.

Laut Agenda Austria verzeichnete die Kategorie Treibstoffe und Kfz-Instandhaltung mit einem Plus von 16,4 Prozent die größte Preissteigerung, gefolgt von Strom, Gas und anderen Brennstoffen mit plus 11,8 Prozent sowie Bekleidung mit 11,7 Prozent. Die steigenden Inflationsraten seien auch die Folgen der lockeren Geldpolitik, die sich nun mitten in der Pandemie in steigenden Preisen niederschlage. Gerissene Lieferketten verschärften die Situation zusätzlich. Während die US-Notenbank bereits ein Straffen ihrer Geldpolitik beschlossen habe, halte die EZB an ihrem Kurs fest. „Im Zentrum der EZB-Geldpolitik steht längst nicht mehr die Sicherung der Preisstabilität. Sondern der Wunsch, hochverschuldete Euro-Länder weiter mit günstigem Geld zu versorgen“, kritisiert Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn. (va)

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