Wetter als Spielverderber: Kein zweiter Super-G in Bormio

Die hohen Temperaturen und auch Regen haben der Piste Stelvio zugesetzt. Das Rennen wurde wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.

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Aleksander Aamodt Kilde und seine Kollegen mussten am Donnerstag unverrichteter Dinge wieder abreisen.
© GEPA pictures/ Mathias Mandl

Bormio – Die erwartungsgemäß schwierigen Wetterbedingungen haben zu einer Absage des zweiten Super-G der Männer im alpinen Ski-Weltcup in Bormio geführt. Die hohen Temperaturen und auch Regen haben der Piste Stelvio zugesetzt. Die FIS teilte am Donnerstag mit, das Rennen wegen Sicherheitsbedenken nicht durchzuführen. Der Super-G war der Ersatz für jenen von Lake Louise. Der nächste regulär im Weltcup-Programm verankerte Super-G ist jener in Kvitfjell nach den Olympischen Spielen.

"Die Piste ist nicht bereit. Wir haben probiert, es mit Salz zu festigen und zu härten, aber keine Reaktion. Der Regen von gestern und die extrem warmen Temperaturen haben die Piste in vielen Teilen einfach extrem aufgetaut und aufgeweicht. Es ist einfach hohl darunter, vor allem im letzten Teil", erklärte FIS-Renndirektor Markus Waldner. "Zusätzlich noch haben wir im unteren Bereich sehr viele B-Netze, und durch den Regen sind die Löcher sehr groß geworden. Die Netze halten nicht mehr. Im Falle eines Sturzes würden die nicht mehr die Funktion haben."

Der österreichische Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher ging mit der Entscheidung der Jury konform. Die Piste sei "im unteren Teil aufgeweicht, im oberen Teil zu wenig aufgeweicht. Es ist genau so ein Mittelding, wo das Salz nicht wirkt", sagte der Tiroler. "Es ist einfach zu gefährlich."

Die FIS bemüht sich laut Waldner, den am Donnerstag ausgefallenen Bewerb nun in Wengen unterzubringen, wo um das Wochenende des 15./16. Jänner zwei Abfahrten und ein Slalom stattfinden sollen. "Wir werden sofort mit dem Schweizer Skiverband Kontakt aufnehmen. Es wäre vielleicht möglich, nur ein Training zu fahren und dann Super-G." Vom Streckenabschnitt Tunnel hinunter wäre das möglich, betonte der Südtiroler. In Kitzbühel eine Woche später wolle die FIS hingegen das Grundprogramm mit zwei Abfahren und einem Slalom belassen. "Kitzbühel ist schon sehr heavy", sagte Waldner. Ausschließen könne man jedoch nichts.

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Bisher fanden in diesem Weltcup-Winter vier Super-G statt, und dreimal stand zumindest ein Österreicher auf dem Podest. In Beaver Creek siegte der Schweizer Marco Odermatt vor Matthias Mayer, in Gröden gewann der Norweger Aleksander Aamodt Kilde vor Mayer und Vincent Kriechmayr. In Bormio setzte sich am Mittwoch abermals Kilde durch, Zweiter war Raphael Haaser - für den Tiroler war es der erste Weltcup-Podestplatz in seiner Karriere.

"Eine Absage ist natürlich immer blöd, aber ich kann es auch nicht ändern und muss es so nehmen, wie es ist", sagte der 24-Jährige. "Die Piste hat nicht ganz schlecht ausgeschaut. Aber es war oben eben eine Schicht, die härter war, und darunter war einfach alles hohl. Das wäre wahrscheinlich nicht gegangen." Über den Jahreswechsel wolle er nun "daheim ein paar ruhige Tage verbringen, das eine oder andere Glaserl trinken wahrscheinlich und mich dann schon wieder vorbereiten auf Adelboden." Dort findet am 8. Jänner ein Riesentorlauf statt - die zweite Disziplin des 24-Jährigen.

Kriechmayr verriet, er habe nicht mit der Absage gerechnet. "Ich hätte gelaubt, dass das mit Salz vielleicht möglich ist", gab der Super-G-Weltmeister zu Protokoll. "Ich wäre schon noch einmal gerne ein Rennen gefahren. Ich habe die 'Körndln' schon zusammengekratzt, die es heute gebraucht hätte." Im neuen Jahr wolle der Oberösterreicher Konstanz in seine Leistungen bringen. (APA)


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