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Von Kurz über den Wendler bis zu „Wetten, dass..?": Das sind die 20 TV-Momente des Jahres

Was bleibt vom TV-Jahr 2021? Vielleicht diese 20 Momente. Große Auftritte, Jubiläen, Comebacks, Abschiede, Dokus, Skandale, Satire und Shows in einem Überblick.

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Von Tamara Stocker

Innsbruck – Was hat im Jahr 2021 neben (wieder einmal) unzähliger Pressekonferenzen zur Pandemie-Lage Eindruck im Fernsehen hinterlassen? Wir haben uns durch das TV-Archiv gestöbert und diesen Reigen an emotionalen, lustigen, besonderen, aufsehenerregenden, frag- und denkwürdigen Momenten zusammengestellt:

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📺👑 ROYALER AUFREGER

Erst ziehen sie von Großbritannien in die USA und legen ihre royalen Pflichten ab, dann packen sie im US-Fernsehen aus: Das Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry mit Oprah Winfrey hat Anfang März für viel Wirbel gesorgt. Vor allem Meghan ließ einige Bomben platzen – sie erzählte von Rassismusvorwürfen, Rufmord, viel Druck und dem Palast als goldenem Käfig. Auch über ihre Selbstmordgedanken sprach sie ausführlich.

📽 Video | Meghan und Harry sprechen über ihre Royal-Tragödie


📺🎤 STARMANIA-COMEBACK

Es war eines der TV-Comebacks des Jahres: Nach zwölf Jahren Pause hat der ORF seine Musikcastingshow „Starmania" zurückgeholt – und generalüberholt. Woche für Woche wurde ausgesiebt. Dabei war mit Adrian Haselwanter auch ein Tiroler – am Ende sicherte sich aber die Salzburgerin Anna Buchegger (22) den Sieg. Im Finale überzeugte sie (so wie einst Michael Tschuggnall) mit einer selbst geschriebenen Klavierballade.

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📽 Video | Anna Bucheggers Finalauftritt mit „Ease"


📺🎶 TWELVE POINTS GO TO ... ITALY

Nach einem Jahr coronabedingter Pause, ging es heuer auch für den Eurovision Song Contest wieder weiter. Österreich wurde in Rotterdam von Vincent Bueno vertreten – doch das ganze Händefalten hat nichts geholfen: Der Sänger und seine Ballade „Amen" mussten im zweiten Halbfinale trotz eines makellosen Auftritts dran glauben. Das Publikum war Fan der härteren Klänge: Im großen Finale siegten die italienischen Rocker von Måneskin. Seither erobern sie den europäischen Musikmarkt.

📽 Video | Måneskin – Zitti e buoni


📺⚽ BITTERES EM-AUS

Nicht nur beim Eurovision Song Contest, auch bei der Fußball-Europameisterschaft waren es am Ende die Italiener, die ganz oben standen. Doch beinahe wäre daraus nichts geworden: Im Achtelfinal-Match gegen Österreich kam der große Favorit ganz schön ins Wanken.

Das ÖFB-Team nährte in seinem ersten K.o.-Spiel bei einer EM-Endrunde mit einer couragierten Vorstellung die Hoffnungen auf eine Sensation. Ein Kopfballtor von Marco Arnautovic wurde allerdings nach Überprüfung durch den Video-Schiedsrichter aberkannt – mit einem Stand von 0:0 ging es in die Verlängerung, am Ende hatte Österreich knapp mit 1:2 das Nachsehen. Bis zu 2,108 Millionen Zuschauer verfolgten den Achtelfinal-Krimi auf ORF 1.

📽 Video | Die Highlights: Italien gegen Österreich


📺❌ RTL OHNE BOHLEN

Fast mehr als zwei Jahrzehnte lang prägte Dieter Bohlen die Samstagabend-Unterhaltung von RTL – bis der Sender im März überraschend die Zusammenarbeit mit dem „Poptitan" kündigte. In der neuen, mittlerweile 15. Staffel vom „Supertalent" war er erstmals nicht mehr dabei. Stattdessen wechselte die Jury mit jeder Folge – rund um Michael Michalsky, Chantal Janzen und den Ehrlich Brothers gab es immer einen neuen Gastjuror. Alles in allem kein Schritt, der sich bewährt hat: Die Quoten rasselten in den Keller: Nur 1,3 Millionen Menschen sahen das Finale – weniger als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Ob „Deutschland sucht den Superstar" ohne Bohlen dasselbe Schicksal ereilt?

Das Jurypanel im Finale: Die Ehrlich Brothers, Chantal Janzen, Lukas Podolski und Michael Michalsky.
© RTL / Stefan Gregorowius

📺💐 „WETTEN, DASS ..?" RÄUMT AB

Als Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker am 6. November von der Mattscheibe strahlten, war sie plötzlich wieder da: die gute alte Familienunterhaltung am Samstagabend. Rund 14 Millionen Menschen sahen die Jubiläumssendung zum 40. Geburtstag der Kultshow „Wetten, dass...?" im ZDF bzw. auf ORF2.

Auf der Promi-Couch nahmen u.a. die ABBA-Stars Björn Ulvaeus und Benny Andersson sowie Schlagerstar Helene Fischer Platz. Wetten, dass das nicht das letzte Kapitel in dieser Fernsehgeschichte ist?

Natürlich durfte der wichtigste Mensch im „Wetten, dass ..?"-Kosmos nicht fehlen: Show-Erfinder Frank Elstner. (2.v.l.)
© Sascha Baumann

📺🔎 TV TOTAL IST ZURÜCK

„Wetten, dass..?" und „Starmania" waren nicht die einzigen Formate, die in diesem Jahr aus dem TV-Archiv zurückgeholt wurden. Auch ProSieben hat sein Flaggschiff „TV Total" wieder auf Hohe See geschickt, nachdem Stefan Raab 2015 die Segel streichte. Neuer Kapitän ist Kabarettist und Entertainer Sebastian Pufpaff, Raab zieht jedoch im Hintergrund die Fäden. Seit dem 10. November wird TV-Deutschland wieder jeden Mittwoch durch den Kakao gezogen.

Sebastian Pufpaff.
© Willi Weber

📺🎭 STÜRMER ALS HELDIN

Auch das deutsche „Masked Singer" ging in eine neue Runde – in der mittlerweile fünften Staffel sang sich Austropopperin Christina Stürmer auf den dritten Platz. Wochenlang versteckte sie sich unter dem Kostüm der „Heldin" und performte Songs wie „In The End" von Linkin Park, „I'm With You" von Avril Lavigne oder „Smells Like Teen Spirit" von Nirvana.

Als Staffelsieger ging Alexander Klaws im Kostüm des Müllmonsters „Mülli Müller" hervor, Zweite wurde die „Raupe" alias No-Angels-Sängerin Sandy Mölling.

📽 Video | Die Heldin demaskiert sich


📺😯 SIEBEN STUNDEN STATT 15 MINUTEN

Einmal mehr steuerten Joko & Klaas einen der wichtigsten Fernsehmomente des Jahres bei. Wobei „Moment" weit untertrieben ist: Gleich über sieben Stunden erstreckte sich im Frühjahr die #NichtSelbstverständlich-Doku, in der die komplette Schicht einer Krankenpflegerin in Echtzeit gezeigt wurde, um auf den nicht erst seit Corona herrschenden Pflegenotstand in diesem Land aufmerksam zu machen.

Die Doku sprengte damit den Rahmen der eigentlich 15 in „Joko und Klaas gegen ProSieben" erspielten Live-Sendeminuten – was dem Publikumsinteresse aber keinen Abbruch tat. Fast sechs Millionen Menschen haben zumindest mal kurz reingeschaut, auch wenn erheblich weniger die gesamte Zeit drüber dran blieben.

📽 Video | Pflege ist #NichtSelbstverständlich

Ein Quotenhit waren auch die 15 Sendeminuten am 1. Dezember mit dem Titel „Wir müssen über Corona reden". Darin haben der neue deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, der Chefarzt der Oberarzt der Corona-Intensivstation der Berliner Charité und eine junge Long-Covid-Patientin an alle Impfskeptiker appelliert, sich den „Stich" abzuholen.

📽 Video | Wir müssen über Corona reden


📺🩸 FROM HERO TO ZERO

Im April stellten zwei junge Männer bei der Startup-Show „Die Höhle der Löwen" ihre Erfindung vor, die sie als „Problemlöser" für Frauen positionieren: Einen pinken Einweghandschuh, durch den die Entsorgung des Tampons „hygienischer" und „diskreter" ablaufen solle. Zwar gewann das Duo Ralf Dümmel als Investor, was nach der Ausstrahlung allerdings folgte, war heftige Kritik, die sich zu einem riesigen Shitstorm entwickelte.

„Wie kann man so einen sexistischen Müll auch noch unterstützen?“, kommentierte etwa eine Zuschauerin bei Facebook. Eine andere schrieb: „Entschuldigt bitte, aber sich als Frauenversteher zu verkaufen und ‚Probleme zu lösen‘, wo gar keine sind, das macht mich wütend.“ Die wütenden Reaktionen hatten Folgen: Nur eine Woche nach Verkaufsstart nahm das Trio die „Pinky Gloves“ wieder vom Markt.

Die „Pinky Gloves" brachten den Gründern kein Glück.
© Pinky Gloves

📺👩🏻‍❤️‍👩🏼 TRAUMFRAU GESUCHT

Bis 2019 suchten nur Bauern ihre Frauen und Adams ihre Evas. Ein Trash-Format trat in diesem Jahr aber eine kleine „Revolution" los: „Princess Charming" ist weltweit die erste lesbische Dating-Show. Für die RTL-Produktion gab es in diesem Jahr sogar den Deutschen Fernsehpreis in der Sparte „Beste Unterhaltung Reality". Das schwule Pendant „Prince Charming" wurde ja bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Irina Schlauch machte sich auf die Suche nach ihrer Traumfrau.
© RTLplus

📺🎉 500 MAL GAGS, GAGS, GAGS

Bereits zum 500. Mal hieß es am 6. April: „Gags, Gags, Gags". Seit 14 Jahren sind Dirk Stermann und Christoph Grissemann mit „Willkommen Österreich" ein Fixpunkt auf ORF1. Am 31. Mai 2007 ging die Late-Night-Show erstmals auf Sendung – seither wendet sich das Duo wöchentlich an die Zuschauer und kommentiert satirisch das Treiben in Österreich; wenn auch nicht immer mit politisch korrekten Witzen. In der Jubiläumsfolge waren Michael Niavarani, Klaus Eckel und Omar Sarsam zu Gast.

📽 Video | Die 500. Folge „Willkommen Österreich"


📺🙈 WENDLER WER?

Das hat man so auch noch nicht gesehen: Nachdem Schlagerbarde Michael Wendler die Corona-Maßnahmen mit KZ-Zuständen verglichen hat, kickte ihn RTL aus der „DSDS"-Jury. Das Problem: Die Castings waren bereits aufgezeichnet – und so musste man kreativ werden. Da die Schnittarbeiten viel Zeit in Anspruch nahmen, wurde er in den ersten paar Folgen einfach „wegretuschiert" – übrig blieb ein verschwommenes Etwas, das für reichlich Lacher sorgte.

War das Urteil von Wendler für die Dramaturgie von Relevanz, wurde eine Sprechblase für Text genutzt.
© RTL

📺🤭 BÖHMERMANN VS. ÖSTERREICH

In seiner Satiresendung „ZDF Magazin Royale" hatte Jan Böhmermann Österreich heuer öfters mal auf dem Kicker. So z.B. in der letzten Ausgabe vor der Sommerpause – da hatte er es auf den mittlerweile zurückgetretenen Bundeskanzler Sebastian Kurz abgesehen. Den Mann, über den die Bild-Zeitung zu Beginn der Corona-Pandemie schrieb: „So einen brauchen wir auch."

Böhmermann holte zu einem satirischen Rundumschlag aus, sprach von „türkiser Autokratie", zerlegte Kurz' Führungsstil und Absichten systematisch. So systematisch, wie Kurz laut Böhmermann die vier wichtigsten Teile einer Demokratie unter seine Kontrolle zu bringen scheint: die Regierung, die Medien, das Parlament und die Justiz.

📽 Video | Sebastian Kurz – der Penatenkanzler & seine türkise Familie

Aber auch das Corona-geplagte Ischgl bekam sein Fett weg. Fast genau ein Jahr nach den Negativ-Schlagzeilen habe er „ein bisschen was gelesen", sagte Böhmermann und hievte einen Stapel Papier auf den Tisch, bei dem es sich um den 10.000 Seiten starken Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft handeln soll. Was folgte war eine rund zwanzigminütige Abarbeitung der bereits altbekannten Vorwürfe – und zum Abschluss eine bitterböse Gabalier-Parodie.

📽 Video | Tommy Tellerlift und die Fangzauner Schneebrunzer – Ischgl-Fieber


📺💢 CHARITY-EKLAT

Die Licht ins Dunkel-Gala am 24. November im ORF sorgte für heftige Nachwehen: Politiker und Promis, die in Lockdown-Zeiten ohne Maske und Abstand „feiern" – für kritische Beobachter lieferte das ein ganz falsches Bild. Nach der Gala hagelte es Anzeigen gegen Politikerinnen und Politiker wegen Ausgangsregeln und Maskenpflicht. Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen bis Kurzzeit-Kanzler Alexander Schallenberg wurden zahlreiche Politiker angezeigt – mittlerweile gingen rund 120 Anzeigen ein, hieß es. Der ORF wehrte sich gegen die Vorwürfe.

Vizekanzler Werner Kogler und der damalige Kanzler Alexander Schallenberg bei der „Licht ins Dunkel"-Gala.
© ORF

📺🎬 EINE AFFÄRE ALS SERIE

Einer der größten Skandale in der an Aufregern nicht gerade armen Zweiten Republik ist in diesem Jahr zu Serienstoff geworden: die sogenannte Ibiza-Affäre. Die vierteilige Sky-Serie erzählt die Entstehungsgeschichte des folgenreichen Videos von der Balearen-Insel rund um H.C. Strache, Johann Gudenus und die ominöse Oligarchennichte. Zu wahr, um erfunden zu sein ...

📽 Trailer | Die Ibiza-Affäre


📺🗨️ TALKSHOW-KÖNIG

Wenn man dem neuen deutschen Gesundheitsminister eine Sache nicht vorwerfen kann, dann ist es die Scheu vor der Öffentlichkeit: Sage und schreibe 40-mal war der SPD-Politiker Karl Lauterbach in den vergangenen zwölf Monaten in einer der großen Polit-Talkshows von ARD und ZDF zu Gast. Laut dem Branchendienst Meedia ist er damit der unangefochtene „Talkshow-König“ des Jahres 2021. Bei seinen TV-Auftritten bei Lanz, Illner und Co. ging es fast ausschließlich um die Corona-Krise.

Niemand saß 2021 häufiger in den Talkrunden als Karl Lauterbach.
© ZDF

📺💬 KURZ WÄHRTE NICHT (MEHR) LANGE

Es war der Anfang vom Ende für Sebastian Kurz: Im ZIB2-Interview Anfang Oktober mit Martin Thür stellte sich der ehemalige ÖVP-Chef erstmals den Vorwürfen wegen Bestechlichkeit und Untreue. Auf Twitter regnete es Lob für Thürs souveränen Auftritt, Kurz hingegen wirkte alles andere als das. „Bei allem Respekt, Herr Thür, ...", begann er immer wieder, die Ermittlungen der WKStA vom Tisch zu wischen. Er sehe nicht ein, warum an jedem Unrecht immer er Schuld sein solle – und werde „selbstverständlich" Kanzler bleiben. Drei Tage später trat er zurück.

📽 Video | Kurz im ZIB2-Interview

Am 2. Dezember folgte dann sein vollständiger Rückzug aus der Politik: 1,87 Millionen Menschen (68 Prozent Marktanteil) verfolgten das Ganze auf ORF2.

📽 Video | Kurz' Rücktritt

Bereits Mitte Mai war Kurz in einem ZIB2-Interview ins Straucheln geraten. Damals hatte er sich gegen die Anschuldigungen bezüglich der Falschaussagen im U-Ausschuss verteidigt – und wurde zum Internet-Meme, als er plötzlich einen Zettel hervorpackte, von dem er ablas. Gefundenes Fressen für Twitternutzer:


📺⚫ ABSCHIED VOM PRINZEN

Unter normalen Umständen wären am 17. April Tausende Briten zu Schloss Windsor gereist, um sich vom verstorbenen Prinz Philip zu verabschieden. Aufgrund der Pandemie musste die Zeremonie jedoch kleiner ausfallen – traditionell räumten aber viele TV-Sender Sendeplatz frei, um die Trauerfeier live zu übertragen und darüber hinaus zu berichten.

Die Bilder von Queen Elizabeth, die aufgrund der Corona-Bestimmungen mit Maske und allein in der Kirchenbank sitzend der Zeremonie beiwohnt, gingen um die Welt:

Der Ehemann der Queen war am 9. April im Alter von 99 Jahren verstorben.
© JONATHAN BRADY

📺🐘 BABYELEFANT GANZ GROß

Nach Nadine Beiler als „Yeti", gewann in diesem Jahr der „Babyelefant" die zweite Staffel von „The Masked Singer Austria" auf Puls 4. Leben eingehaucht hat ihm Sängerin Sandra Pires. Ebenfalls im Finale enttarnt wurden Schauspieler Jakob Seeböck als „Gelse" und Schauspielerin Edita Malovcic als „Donaunymphe". 2022 wird es eine dritte Staffel geben.

Im Finale überzeugte Sandra Pires mit „Never Enough" (Loren Allred) und „Bohemian Rhapsody" (Queen).
© PULS4

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