Legendäres Jaggas’n soll von der Gemeinde St. Johann veranstaltet werden

Das Fest der St. Johanner Vereine wird auf neue Beine gestellt. Der veranstaltende Verein wurde aufgelöst, die Gemeinde übernimmt.

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Der letzte offizielle Schritt der Vereinsauflösung: Die Spendenübergabe von Obmann Walter Thomas Hauser (r.) an den Obmann der St. Johanner Hilfsgemeinschaft, Klaus Salvenmoser.
© Angerer

Von Harald Angerer

St. Johann i. T. – Seit dem Jahr 1973 gibt es das Fest der Vereine in St. Johann, besser bekannt ist es unter dem Namen Jaggas’n. Es ist eines der größten Feste im Tiroler Unterland und erfreut sich großer Beliebtheit. Doch nun hing die Zukunft des Festes am seidenen Faden. Zwei Jahre musste es pandemiebedingt ausfallen und nun hat sich der veranstaltende Verein aufgelöst.

„Wir veranstalten das Jaggas’n seit 2002 und unser Vorstand wird nicht jünger, wir hätten das Ganze gerne in jüngere Hände übergeben. Leider hat sich aber niemand gefunden und auch aus den Vereinen wollte niemand die Organisation übernehmen“, schildert der Chef des Organisationskomitees und Obmann Walter Thomas Hauser bei einer Pressekonferenz.

Nicht weniger als 37 Vereine waren zuletzt bei dem Fest dabei. „Es gab hier mehrere Gespräche und die Vereine wollen auch weitermachen“, sagt Hauser. Etwas enttäuscht sei er schon, dass sich niemand gefunden hat, der den Veranstalter-Verein übernimmt, auch wenn die Vereine betonen, wie wichtig das Fest für sie ist. „Aber die Verantwortung ist sehr groß, die man zu tragen hat, und vielleicht war auch zu schnell klar, dass es eine Lösung geben wird“, sagt Hauser weiter.

Und er spricht damit an, dass die Lösung für die Zukunft des Jaggas’n in den Händen der Gemeinde liegt. Sie wird in Zukunft das Fest organisieren. Der bisherige Vorstand wird beratend noch zwei bis drei Jahre zur Seite stehen. „Uns ist es wichtig, dass das Fest weiterbesteht“, sagt dazu St. Johanns Bürgermeister Hubert Almberger. Konkrete Pläne, wie es weitergeht, gibt es aber noch nicht. „Es wird Ende Jänner eine erste Sitzung geben und dann werden wir erste Ideen beraten“, schildert Almberger.

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Dass im Jahr 2022 wieder ein Jaggas’n stattfindet, glaubt der bisherige Obmann Hauser nicht. „Dafür ist es schon etwas spät, die Planung braucht viel Vorlaufzeit“, sagt Hauser und auch Almberger gibt sich zurückhaltend. „Natürlich wäre es ein Wunsch, dass wir es noch 2022 schaffen, das Jaggas’n in irgendeiner Form stattfinden zu lassen. Aber man muss auch schauen, wie sich das mit der Pandemie weiterentwickelt“, sagt Bürgermeister Almberger. Fix ist, dass es dann 2023 wieder ein Fest geben wird.

Das ist auch deshalb wichtig, weil der Veranstalter-Verein bei seiner Auflösung einen Teil des Vereinsvermögens an die neuen Veranstalter als Starthilfe übergeben hat. „Es ist aber festgelegt, dass bis spätestens 2023 wieder ein Jaggas’n stattfinden muss, sonst geht die Summe an soziale Zwecke“, schildert Hauser. Insgesamt waren es 13.700 Euro, die bei der Auflösung noch übrig waren. 10.000 bleiben als Starthilfe und 3700 wurden nun noch vor dem Jahreswechsel an die St. Johanner Hilfsgemeinschaft übergeben.


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