So wird 2022 ein Sport-Kracher

Die Befürchtungen, dass Corona samt seiner Omikron-Variante auch das kommende Sportjahr nachhaltig prägen wird, sind berechtigt und groß. Die TT-Sportredaktion wagte allen Zweifeln zum Trotz einen zweckoptimistischen Blick in die kommenden 365 Tage, die wieder gespickt sind mit Großereignissen, insbesondere den Olympischen Spielen und der Fußball-WM.

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Detailverliebt – in Peking werden auch die Bäume geschmückt. Ob es was nützt?
© AFP/Celis

🏅 In Peking spielt der Sport die Musik

34 Tage sind es noch bis zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele – und man möchte meinen, jetzt, nach über sechs Jahren Vorbereitung, ist längst alles auf Schiene. Aber es ist nicht so. Flüge, Hotels, Anreise – das alles ist angesichts der Covid-19-Pandemie ähnlich verworren wie schon bei den Sommerspielen 2021 in Tokio. Der größte Feind sind positive Corona-Fälle, die die Gesundheit gefährden und die Wettbewerbe empfindlich verzerren können. Doch trotz aller Sorgen: Zumindest das Sicherheitskonzept steht. So bleibt nur der Neujahrs-Wunsch, dass in den 109 Wettkämpfen in 15 Disziplinen alles so reibungslos wie möglich abläuft. Und der Sport der Hauptdarsteller ist. (rost)

🏆 ÖFB-Elf wird zu WM-Wüstenfüchsen

Wunschdenken: Nach zwei überzeugenden Play-off-Siegen gegen Wales und den Sieger aus Ukraine/Schottland im März spielt das österreichische Fußball-Nationalteam erstmals seit 24 Jahren wieder bei einer WM-Endrunde vor. Damit bleibt Teamchef Franco Foda im Amt. Seine Mannen um die Edelroutiniers David Alaba und Marko Arnautovic werden in Katar zu erfolgreichen Wüstenfüchsen und ziehen als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde ein. Der Rest ist Stoff zum Weiterträumen. Wäre schön, wenn in Katar mit und nach der Winter-WM auch die Menschlichkeit Einzug hielte. (lex)

Hochexplosiv – die Fußball-Weltmeisterschaft im Dezember in Katar birgt reichlich Zündstoff.
© AFP

🏎 Formel 1 erlebt ein Finale ohne Anwalt

Dass die einzigartige Formel-1-Saison 2021 beim Finale in Abu Dhabi derartig eskalierte und es am Ende sogar Anwälte für eine Titelentscheidung brauchte, will man in der kommenden neuen Saison wohl in jedem Fall verhindern. Emotionen ja bitte, Kontroversen nein danke – so könnte man es durchaus am besten zusammenfassen. Schließlich kommt beim Giganten-Duell des 24-jährigen Max Verstappen (NED/Red Bull) und des siebenfachen, 36-jährigen Champions Lewis Hamilton (GBR/Mercedes) jeder PS-Fan auch ohne Anwälte auf seine Rechnung. Da benötigt keiner zusätzliche Schauplätze am grünen Tisch. (suki)

🎾 Tennis-Star Thiem: Grand Slams statt kleine Brötchen

Es ist nicht belegt, was bei Dominic Thiem auf dem Wunschzettel ans Christkind stand. Vermutlich war es aber das, was sich Tausende Tennis-Fans wünschen: eine gelungene Rückkehr des US-Open-Siegers im Jahr 2022. Seit der Niederösterreicher am 22. Juni mit schmerzverzerrter Miene den Sandplatz von Mallorca verließ, warten alle gespannt auf die Rückkehr des 28-Jährigen. Das verletzte Handgelenk soll wie eh und je und gar „noch besser“ sein, wie Thiem beteuert. Doch dann verschob sich ein Comeback nach dem anderen – nun ist das Turnier in Cordoba (ARG/ab 31.1.) eingeplant. Dass es wieder klappt, steht außer Frage. Die Frage ist nur: wann? (rost)

⚽ Tiroler Fußball-Clubs: Endlich Ruhe und Klassenerhalt

Beginnen wir in der 2. Liga – und dort kann es beim FC Wacker nur einen Wunsch geben: Ruhe! Nach einem turbulenten Jahr 2021 mit dem immer noch grassierenden Streit mit dem Ex-Investor, einem öffentlich abrechnenden Kapitän, fehlenden Weihnachtsgeldern und einer sportlichen Bankrotterklärung (Platz 8) wären schon ein paar Wochen ohne Aufreger ein Fortschritt rund um das Tivoli. Das hätten sich besonders die treuen Fans verdient. Vielleicht findet der ein oder andere Fußball-Freund auch den Weg zu den Bundesliga-Heimspielen der WSG Tirol. Am Ende sollen 2022 der souveräne Klassenerhalt und der ein oder andere Transfererlös stehen. (t.w.)

⚽ Das Fußball-Unterhaus erlebt eine Rückrunde

Der Herbst-Durchgang im Fußball-Unterhaus konnte heuer vollständig absolviert werden – wie auch schon 2020 und natürlich 2019, bevor Corona einschlug wie eine Bombe. Nun hoffen die Kicker darauf, endlich – im Gegensatz zu den beiden vergangenen Jahren – auch wieder eine Rückrunde absolvieren zu dürfen. Mit virtuellen Kraftzirkeln, die sich einige Trainer einfallen ließen, kann man noch leben. Nicht aber damit, dass der Anpfiff wieder nicht erfolgt. Einen Spielbetrieb ohne lästige Corona-Pausen kann man auch allen anderen Amateursportarten (Eishockey, Tennis, Volleyball etc.) nur wünschen. Das Herz des Sports schlägt im Amateurbereich. (dale)

⚪ Sport-Veranstalter hoffen wieder auf Zuschauer

Heute so, morgen anders und übermorgen? Die Veranstaltungsbranche durchlebt Corona-bedingt höchst schwierige Zeiten. Und die gegenwärtig im Zehn-Tage-Rhythmus adaptierten behördlichen Anweisungen lassen jede Planung zum permanenten Eiertanz werden. Oder man zieht – wie zuletzt der Österreichische Skiverband – die Notbremse und lässt erst einmal keine Anhänger zu, wie demnächst u. a. bei den rot-weiß-roten Tourneespringen am Bergisel und in Bischofshofen. Ob und wie viele Fans schließlich beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel zugelassen werden, vermag gegenwärtig niemand zu sagen. Bleibt die Hoffnung auf planungssicherere Zeiten. (m. i.)

⚪ Der Breitensport – wichtiger denn je

Die Tendenz ist alarmierend und hat sich durch die diversen Lockdowns und Begegnungsverbote weiter verschärft – immer mehr Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, leiden an Fettleibigkeit, chronischen Haltungsschäden und sozialer Vereinsamung. Wichtiger denn je ist deshalb die Rolle, die der Breitensport einnimmt. Viele der rund 2000 Tiroler Sportvereine hatten in den vergangenen Jahren einen Mitgliederschwund zu beklagen. Dabei ist Bewegung mehr denn je gefragt und gefordert – so wie die überfällige Umsetzung der täglichen Turnstunde an den Schulen. (m. i.)


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