Van der Bellen gegen Hofer steht vor einer Neuauflage

Eine Wiederkandidatur von Alexander Van der Bellen für das Amt des Bundespräsidenten gilt als sicher. In der FPÖ beginnt das Werben für Hofer.

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Der Bundespräsident beschäftigte sich in der Neujahrsansprache mit der gesellschaftspolitischen Herausforderung der Pandemie.
© APA/Trippold

Wien – Noch herrscht ein Schweigen in der Hofburg. Die Bundespräsidentenwahl findet erst im Herbst statt. Doch dass Alexander Van der Bellen für eine zweite Periode kandidieren will, damit wird allgemein gerechnet. Nur wann er es sagt, ist offen.

Doch was machen die anderen Parlamentsparteien, wenn Van der Bellen für das höchste Amt im Staate kandidiert? In der ÖVP haben sich schon einige Landeshauptleute (unter anderem Günther Platter) für eine Unterstützung Van der Bellens ausgesprochen. Auch in der SPÖ formierten sich die Unterstützer (zuletzt Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser) des Staatsoberhaupts.

Während Grüne und NEOS, aber auch SPÖ und ÖVP mitunter auf einen eigenen Kandidaten verzichten werden, wird sich die FPÖ für das Gegenteil entscheiden. Und wer soll kandidieren? Da heißt es immer lauter: Norbert Hofer. Der Dritte Nationalratspräsident war auch 2016 Van der Bellens schärfster Konkurrent. Im ersten Wahlgang lag Hofer klar voran, bei der Stichwahl schlug das Pendel für Van der Bellen aus.

Der Tiroler Chef Markus Abwerzger macht sich nun in einem APA-Interview für die Kandidatur von Hofer stark. Zuletzt hat sich auch der Wiener Klubchef Maximilian Krauss für Hofer ausgesprochen. Parteichef Herbert Kickl hat in der Vergangenheit auch immer wieder Hofer ins Spiel gebracht.

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Bei der Neujahrsansprache umschiffte der Bundespräsident die diesjährige Hofburg-Wahl gekonnt. Im Fokus seiner Rede stand die Pandemie. Es sei schwer, die Hoffnung nicht aufzugeben, meinte das Staatsoberhaupt am Neujahrstag. „Und trotzdem: Wir dürfen den Mut nicht verlieren.“ Man müsse weiterhin aufeinander achtgeben, appellierte Van der Bellen, zusammenzuhalten.

Je länger der Ausnahmezustand anhielt, „desto deutlicher machten sich Gräben in unserer Gemeinschaft bemerkbar“, bedauerte Van der Bellen. Auf Ungeduld, Skepsis, Kritik, Empörung und Enttäuschung folgten „Wut, Zorn, Angst; Stimmen, die alles besser wissen, Stimmen von Misstrauen, Stimmen, die von Verschwörungen sprechen, von Unversöhnlichkeit, aber auch echte Verzweiflung“, meinte der Bundespräsident. „Heute sind diese Stimmen zum Teil so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Geschweige denn das des anderen.“ Ein Ende von Corona sei noch nicht in Sicht, glaubt Van der Bellen. (TT)


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