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Vor Corona-Gipfel: Auch LH Platter für Lockerung der Quarantäne-Regeln

Vor dem dem Corona-Gipfel am Donnerstag mehren sich die Rufe nach einer Lockerung der Quarantäneregeln für geimpfte und genesene Kontaktpersonen im Fall von Omikron.

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Tirols Landeshauptmann Günther Platter.
© APA

Wien, Innsbruck ‒ Angesichts der befürchteten Omikron-Welle mit bis zu 15.000 Ansteckungen pro Tag wollen Bund, Länder und Experten der gesamtstaatlichen Covid-Krisenkoordination "Gecko" am Donnerstag Weichenstellungen vornehmen.

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Diskutiert wird über eine Verschärfung der Maßnahmen, aber auch über eine Verkürzung der Quarantäne. Infizierte sollen sich wie enge Kontaktpersonen (K1) bereits ab dem fünften Tag freitesten können. Derzeit ist das erst nach zehn Tagen Quarantäne möglich.

Platter: "Wenn medizinisch vertretbar , dann verkürzen"

Tirols Landeshauptmann Günther Platter spricht sich für eine Lockerung der Quarantäne-Regeln aus. „Wenn eine Verkürzung der Quarantäne-Regelungen medizinisch vertretbar ist, sollte dies auf jeden Fall gemacht werden. Eine solche Regelung wäre wichtig, um einerseits auch bei hohen Infektionszahlen die Wirtschaft und die kritische Infrastruktur am Laufen zu halten und andererseits das Verständnis in der Bevölkerung für die Maßnahmen weiter zu erhalten“, so Platter in einem Statement gegenüber der TT.

Dafür ausgesprochen haben sich auch die Landeshauptleute aus Kärnten, Oberösterreich und Vorarlberg.

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Wirtschaft drängt auch Lockerungen

Auch die Wirtschaftskammer und der ÖVP-Wirtschaftsbund drängten am Dienstag darauf, dass Geimpfte und Genesene bei Omikron wieder als K2 eingestuft werden sollen. Es gelte alles daran zu setzen, "dass das wirtschaftliche Leben weitgehend am Laufen gehalten wird und versorgungsrelevante Produktionen und Infrastruktur nicht gefährdet werden", betonten die Bundessparten Industrie, Gewerbe und Handwerk sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer unisono.

Mitte Dezember, mit dem Auftauchen der neuen Virusvariante, waren die Regeln verschärft worden. Bei Kontakt mit einem Omikron-Infizierten gilt man ‒ auch mit Impfung oder Genesung ‒ als K1-Person, muss sich also absondern. Anfangs war auch die Quarantänedauer länger. Nach einer Änderung am 19. Dezember muss man aber nach entsprechendem Kontakt nur mehr zehn Tage in Quarantäne, nach fünf Tagen ist ein Freitesten möglich.

Gecko-Mitglied Schernhammer: "Vorsicht sehr angebracht"

Die Leiterin der Krisenkoordination, die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit, Katharina Reich, hatte bereits letzten Donnerstag in der "ZiB2" eine Änderung der Quarantäneregeln nicht grundsätzlich ausgeschlossen: "Es muss einfach in einem gesamtstufenhaften Vorgehen stimmig sein, und das ist durchaus denkbar", sagte sie.

Zurückhaltend zeigte sich laut "Kurier" vor der Sitzung Gecko-Mitglied und Epidemiologin Eva Schernhammer. Es sei "schwer abzuschätzen, was auf uns zukommt". So lange die Unsicherheit über die mögliche Dramatik der Entwicklung nicht abschätzbar ist, ist aus ihrer Sicht "Vorsicht sehr angebracht". Ein Lockdown sei jedenfalls immer die Ultima Ratio. "Das versucht man zu vermeiden. Aber ob das zu hundert Prozent möglich ist, weiß man nicht." In einer "massiv problematischen Situation" würde ein Lockdown nach wie vor wirken, ist die Wissenschafterin überzeugt

Palfrader für offene Schulen

Deutlich zu Wort gemeldet hat sich Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). "Wir können sicher nicht von einem Lockdown in den anderen taumeln", lehnt sie im Gespräch mit der TT ein neuerliches Herunterfahren des öffentlichen Lebens kategorisch ab. Und die Schulen müssten bei strengeren Maßnahmen ebenfalls offen bleiben. "Sie sind systemrelevante Institutionen."

Am Mittwoch beraten die Bildungsreferenten erneut mit Minister Martin Polaschek (ÖVP). "Wir sind uns jedoch einig, dass ab Montag wieder der Präsenzunterricht beginnt. Die Sicherheitsphase werde fortgesetzt, „ob es mit den zwei PCR-Tests pro Woche gelingt, steht noch nicht fest“. (TT.com)


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