Angerberg feilt weiter an neuem Dorfzentrum

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Das Angerberger Gemeindeamt soll neu gebaut werden.
© Hrdina

Angerberg – Zu den betuchteren Gemeinden zählt Angerberg ja nicht. „Wir kämpfen mit bescheidenen Mitteln“, formuliert es BM Walter Osl. Große Betriebe, die die kommunale Kasse mit Steuerabgaben füllen, gibt es in der knapp 2000 Einwohner zählenden Gemeinde im Bezirk Kufstein kaum. Dennoch wird man für größere Projekte tief in die Tasche greifen müssen. Im Budget für 2022 sind für die Sanierung des Feuerwehrhauses 150.000 Euro vorgesehen, ebenso viel Geld investiert man in die Außenanlage beim neuen Kindergarten. Insgesamt schlägt der Neubau damit mit zwei Mio. Euro zu Buche. Daneben sind – wie vielerorts – das Straßen- und das (Wander-)Wegenetz „ein Ewigkeitsthema“, führt Osl aus. Ein Glasfasernetz „in allen Zweigen des Streudorfes“ soll die ländlich geprägte Ortschaft zukunftsfit machen. Spätestens seit den Lockdowns samt Home-Office ist nicht mehr zu leugnen, dass die Digitalisierung auch die Arbeitswelt kräftig umkrempeln wird.

Vor mehr als 20 Jahren startete Angerberg einen Dorferneuerungsprozess, seither gab es etliche Versammlungen und Arbeitsgruppen. Inzwischen wurden u. a. eine neue Volksschule sowie das Veranstaltungszentrum Dreikleehalle gebaut und der Recyclinghof verlagert.

Mittel- bzw. langfristig sind es noch zwei nicht nur finanziell aufwändige Vorhaben, die den Angerbergern buchstäblich ins Haus stehen: Das in die Jahre gekommene Gemeindeamt soll an selber Stelle neu errichtet werden. Das Siegerprojekt des Architektenwettbewerbs wurde bereits vorgestellt, nun geht es an die Detailplanung. Ein Multifunktionsraum für Vereine soll jedenfalls ein Teil davon sein. „Finanzen und Baustart stehen noch nicht fest, „alles Weitere muss dann der neue Gemeinderat entscheiden und verantworten“, sagt Osl mit Blick auf die Wahlen im Februar. Er selbst wolle Bürgermeister bleiben und geht mit seiner Angerberger Bürgerliste und „jüngerer Mannschaft“ ins Rennen.

Weiter getüftelt wird auch am neuen „Haus der Generationen“, dem die alte Volksschule weichen wird. Die Gemeinde liebäugelt damit, sich für barrierefreies und/oder betreubares Wohnen einen Wohnbauträger und den Gesundheits- und Sozialsprengel mit ins Boot zu holen. Neben einer Tiefgarage wird ein Lebensmittelmarkt angedacht. Derzeit gibt es in ganz Angerberg nur einen kleinen privaten Nahversorger mit beschränkten Öffnungszeiten. Das sei „Zukunftsmusik“, verweist Osl auf die Finanzen. „Wir gehen Schritt für Schritt.“ (jazz)

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