Familie Trump im Visier der Ermittler: Donald Jr. und Ivanka vorgeladen

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Donald Trump Jr. und Ivanka Trump sind von der Generalstaatsanwältin vorgeladen. Beiden werden politische Ambitionen nachgesagt.
© AFP/Ngan

Von Floo Weißmann

Washington – Ein knappes Jahr nach dem Ende der Präsidentschaft von Donald Trump werden er und seine Familie nun von Verfahren wegen ihrer Geschäftspraktiken eingeholt. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hat Trump selbst, den ältesten Sohn Donald Jr. und die älteste Tochter Ivanka für Freitag dieser Woche zu einer Aussage vorgeladen. Der zweite Sohn Eric hatte im Oktober ausgesagt.

In dem Verfahren geht es um den Vorwurf, die Trump Organization habe den Wert ihrer Immobilien nach Bedarf manipuliert. Beispielsweise wurde ein 70 Stockwerke hohes Bürogebäude in der New Yorker Wall Street laut Washington Post in einer Unterlage für mögliche Kreditgeber mit 527 Mio. Dollar gelistet – und wenige Monate später gegenüber Steuerbeamten mit nur 16,7 Mio. Dollar.

Die Vorwürfe beziehen sich auf die fünf Jahre vor dem Beginn von Trumps Präsidentschaft. Damals waren er selbst und seine drei ältesten Kinder in führenden Positionen im Familienkonzern.

Laut Experten reichen die widersprüchlichen Zahlen alleine nicht für eine Klage gegen die Trump Organization. Die Generalstaatsanwältin müsse nachweisen, dass es sich um eine gezielte Manipulation in betrügerischer Absicht gehandelt habe.

Parallel dazu geht eine Bezirksstaatsanwaltschaft in New York gegen die Trump Organization vor. Dabei geht es um u. a. den Vorwurf, systematisch Sachleistungen für Top-Manager – Wohnungen, Autos usw. – gegenüber den Steuerbehörden verschwiegen zu haben. In dieser Sache hat eine Grand Jury bereits im Juli 2021 Anklage gegen die Trump Organization und deren langjährigen Finanzchef Allen Weisselberg erhoben.

Die Trumps geißeln die Ermittlungen als politisch motivierte Hexenjagd. Der Ex-Präsident hat kürzlich Generalstaatsanwältin James verklagt. Er wirft ihr vor, ihn als politischen Gegner zu schikanieren und seine Grundrechte zu verletzen.

Generalstaatsanwälte, die auch als Justizminister fungieren, werden in den USA direkt gewählt. James ist Demokratin; ihre Bewerbung um das Gouverneursamt hatte sie bereits vor Trumps Klage gegen sie wieder zurückgezogen. Stattdessen bemühe sie sich um die Wiederwahl, um „die Aufgabe zu beenden“.


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