Kopfschütteln über „gestriges Frauenbild“ von Ehrwalder Kandidat

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Für Renate Thurner sind Frauen in der Politik selbstverständlich.
© FSYL

Wängle, Ehrwald – In Ehrwald tritt neben anderen Kandidaten auch Günter Weber, ehemaliger Landesgeschäftsführer der ÖVP und nun von der Volkspartei entfremdet, als Bürgermeisterkandidat an. Seine Aussagen in der TT, warum auf seiner Liste keine Frauen zu finden seien, rufen Widerspruch von Renate Thurner, Bürgermeisterkandidatin in Wängle, hervor. Weber hatte erklärt, dass es zwar viele engagierte Frauen gebe. Diese aber verheiratet, durch Kinder, Haushalt und teilweise Berufstätigkeit gebunden seien. Wenn ein Rest freier Zeit bleibe, dann höchstens für den Pfarrgemeinderat. Er müsse keine Frauen auf seiner Liste haben.

Für Thurner, die am Sonntag in Wängle zur vorgezogenen Wahl antritt, sind Webers Äußerungen nicht akzeptabel: „Er beschreibt zufällig mich – und liegt trotzdem voll daneben. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, bin Lehrerin, Pfarrgemeinderatsobfrau – und zwölf Jahre Gemeinderätin. Da schließt sich gar nichts aus.“ Für Thurner, die die Haushaltsarbeit mit ihrem Mann teilt, ist das Frauenbild Webers gestrig. „Frauen mit oder ohne Kinder jeden Alters, Frauen mit erwachsenen Kindern, Großmütter – es gibt alle Facetten in der Gesellschaft, die eingebunden werden könnten und damit eine weitere Sicht einbringen.“ Sie habe jedenfalls auf ihrer 20-köpfigen Liste acht Frauen. Und hätte gerne noch mehr gehabt. Auch solche, die sich in die erste Reihe trauen. Thurner legt auch Wert auf die Feststellung, dass ihr Mitbewerber Florian Barbist ebenfalls mehrere Frauen auf seiner Liste hat. Für Thurner gilt es, Verantwortung zu übernehmen, egal, ob von Frauen oder Männern. (hm)

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