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„The 355" im Kino: Die Frauen retten die Welt

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Diane Kruger, Jessica Chastain und Lupita Nyong’o (v. l.) im Agentinnen-Streifen „The 355“.
© Constantin

Innsbruck – Mace und Nick sind auf Hochzeitsreise in Paris. Doch das ist nur die Tarnung der beiden CIA-Agenten. Sie sollen eine übermächtige Hacker-Hardware von einem Kolumbianer in Empfang nehmen – der abstruse MacGuffin des Films. Doch als ihnen die deutsche Kollegin Marie Schmidt (Diane Kruger) dazwischenkommt, startet eine erste, doppelte Verfolgungsjagd durch die Arkaden und Metrotunnel von Paris.

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🎬 Trailer | „The 355"

Wie einst bei „Mission: Impossible“ geht also zu Beginn gleich einmal ordentlich etwas schief. Mace (Jessica Chastain) muss sich alleine durchschlagen und holt sich recht bald die alte Cyber-Spionage-Freundin Khadijah (Lupita Nyong’o) vom britischen Geheimdienst als Unterstützung mit an Bord. Wie unschwer am Filmposter zu erkennen, finden sich die ungleichen Kämpferinnen bald als schlagkräftiges Team zusammen. Als Vierte im Bunde stößt noch die in Weltrettungsmissionen unerfahrene kolumbianische Therapeutin Graciela (Penélope Cruz) dazu. Und damit die Internationalität komplett ist, spielt auch das chinesische „Ministerium“ eine entscheidende Rolle, vertreten durch Lin Mi Sheng (Bingbing Fan).

Wie immer, wenn China repräsentiert ist, geht es um wichtige Kino-Einspielergebnisse, die mit inhaltlicher Konformität erkauft werden. Die chinesischen Autoritäten dürfen nicht erfolglos dargestellt werden. Doch das ist im ohnehin generischen Plot dieses hochkarätig besetzten Action-Krachers eine Nebensächlichkeit. Auch wenn man dem 08/15-Genrefilm seine Konzeptionalität an der Nasenspitze ansieht, ist die Umsetzung dann doch ordentlich professionell.

In bester globaler Spionage-Touristen-Manier geht es von Kolumbien und Paris über London und Marokko bis zum Showdown nach Shanghai. Dort steigen an einem Punkt die persönlichen Einsätze der Agentinnen plötzlich rasant an, in einer an sich recht flott und locker erzählten Geschichte. Drehbuch und Regie sind etwas hilflos gefangen zwischen stylischem Agentinnen-Abenteuer und guter, schnörkelloser Action. Die Männer – so viel sei verraten – steigen jedenfalls nicht gut aus. Die Frauen retten die Welt. An einer Stelle vergleicht Lupita Nyong’os Figur ihren Einsatz mit James Bond. Jessica Chastain erwidert darauf nur, dass Bond am Ende immer alleine da steht. Zumindest das passiert den „355“-Agentinnen nicht. (maw)


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