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Zu gefährlich: Löchrige Piste verhinderte Slalom der Herren in Zagreb

Die Piste am Bärenberg ließ kein faires Rennen zu. Nach 19 gestarteten Athleten musste das Slalom erst abgebrochen und später abgesagt werden.

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Wasser, Salz oder Chemikalien - die Piste konnte nicht gerettet werden.
© GEPA pictures/ Matic Klansek

Zagreb - Der Slalom der alpinen Ski-Männer in Zagreb ist auch beim Nachtragstermin am Dreikönigstag unter keinem guten Stern gestanden. Das Rennen war wegen einer enorm in Mitleidenschaft gezogenen Piste mehrmals unterbrochen, ehe es nach 19 gestarteten Athleten endgültig, aber letztlich viel zu spät abgebrochen wurde. Die Sicherheit der Athleten war nicht gewährleistet. In Führung lag der mit Startnummer eins ins Rennen gegangene Norweger Sebastian Foss-Solevaag.

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Bester Österreicher war der Kärntner Marco Schwarz, der als Sechster aber bereits 1,74 Sekunden verloren hatte. Der Vorjahres-Zweite Manuel Feller kam nach einem Einfädler nicht ins Ziel, Michael Matt und Fabio Gstrein lagen über zwei Sekunden zurück.

Von fair waren die Bedingungen aber weit entfernt - sie waren am Ende auch gefährlich. Immer wieder mussten Löcher zugeschaufelt werden. Die Piste wurde mehrfach mit Wasser und Salz behandelt. Die Organisatoren kämpften um das Rennen, das eigentlich bereits am Mittwoch hätte stattfinden sollen - am Ende vergeblich. 1:10 Stunden nach dem Start von Foss-Solevaag kam der Abbruch.

"Die Meinungen waren gestern (für ein Rennen heute/Anm.) schon positiv, weil das Wetter umgeschlagen hat und die Temperaturen besser wurden. Aber es hat nicht gereicht, dass man ein Rennen fair und sicher durchführen kann. Es war einfach gefährlich. Schade, dass die Entscheidung zu lange gedauert hat, sie hätte früher getroffen werden müssen. Das ist nicht okay", sagte ÖSV-Trainer Martin Kroisleitner.

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Schon am Vortag war die Entscheidungsfindung mit erst Absage, dann doch mögliche Verlegung in die späteren Abendstunden bis letztlich Verschiebung auf Donnerstag von einem Chaos begleitet gewesen. Man müsse immer auch die Ansichten der Organisatoren sehen, aber letztlich müsse die Sicherheit der Athleten höchste Priorität haben, ergänzte Kroisleitner.

Die Strecke auf dem Sljeme war diese Woche wegen der warmen Temperaturen schon mehrmals mit Salz und Wasser behandelt worden, unter anderem für das Frauen-Rennen am Dienstag. Tiefe Löcher waren letztlich die Folge. "Ich hoffe, dass sich keiner wehtut", betonte Schwarz nach seiner Fahrt die Verletzungsgefahr. "Die Piste war brutal grieselig, da bin ich nicht richtig ins Ziehen gekommen. Das ist natürlich mühsam."

Kein Verständnis bei den Athleten

Seiner Meinung nach hätte ein Startversuch am Mittwoch eventuell sogar mehr Sinn gehabt. Den Schlusshang bezeichnete der Titelverteidiger im Disziplinweltcup als "sehr grenzwertig". Dieser wurde nach starker Zwischenzeit unter anderem Feller zum Verhängnis. Der Tiroler fädelte ein und rauschte wortlos aus dem Zielgelände ab.

Für Unverständnis sorgte das Durchdrücken des Rennens auch bei anderen Athleten. Der Schweizer Luca Aerni klopfte sich mehrmals auf den Helm. Stellenweise sei das Gras zum Vorschein gekommen, schilderte Michael Matt. "Dann ist es bodenlos durchgebrochen. Da fährst in ein Loch von einem halben Meter hinein, das ist eigentlich gefährlich, das muss nicht sein." Das Salz der vergangenen Tage und Wochen hätte der Piste zugesetzt. Auch aus seiner Sicht wäre ein Versuch am Mittwoch besser gewesen. "Der Schnee ist jetzt komplett tot." Man habe brutal zu kämpfen gehabt, um die Balance zu halten.

Ähnlich sah es Gstrein, der den Abbruch schon nach seiner Fahrt mit Nummer 18 auf das Rennen zukommen sah. "Wenn nach jedem zweiten Läufer fünf Minuten Pause sein müssen, weil sie Tore aufstellen und Löcher zuflicken müssen, sind wir um neun (21.00 Uhr) mit dem ersten Durchgang noch nicht fertig", prophezeite der Tiroler. Er möge eigentlich rumpelige Verhältnisse, aber so extrem müsse es dann auch wieder nicht sein. Und gefährlich sei es bei ein paar Toren auch geworden.

Die Riesentorläufer aus dem ÖSV-Team fliegen nun am Freitag mit einem Charter nach Adelboden weiter, die reinen Slalomläufer reisten noch am Donnerstag mit dem Auto heim und legen eventuell noch einen Trainingstag ein. Der missglückte Zagreb-Trip wird ihnen nicht nachhängen, versicherte Kroisleitner. "Unsere Läufer sind Profis, die haben schon viel mitgemacht, da sehe ich kein Problem. Wir müssen positiv bleiben und schauen, dass wir in Adelboden gute Leistungen bringen."

Dort stehen am Wochenende ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm. Torläufe folgen dann im Wochenrhythmus in Wengen (16. Jänner) und in Kitzbühel (23.), bevor am 25. auch noch der Klassiker in Schladming den Slalom-Monat Jänner beendet. (APA)


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