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Vorarlberg übernahm von Tirol Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz

Auf LH Günther Platter folgt für die erste Hälfte von 2022 der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner. Die Bundesländer wollen beim Klimawandel besser in die Gesetzesmaterien eingebunden werden und auch in der Pflege und in der Elementarpädagogik sollen Schritte gesetzt werden.

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Das Land Vorarlberg (r. LH Markus Wallner) übernimmt von Tirol den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz und im Bundesrat.
© APA/JOCHEN HOFER

Bregenz, Innsbruck – Vorarlberg hat am Freitag mit einem Arbeitsgespräch im Landhaus in Bregenz die Vorsitzführung in der Landeshauptleutekonferenz und im Bundesrat offiziell von Tirol übernommen. Die Landeshauptleute Markus Wallner (ÖVP, Vorarlberg) und Günther Platter (ÖVP, Tirol) betonten außer der Pandemiebewältigung auch anstehende Aufgaben in der Pflege, in der Elementarpädagogik und beim Klimaschutz. Er werde die Vorsitzführung "unaufgeregt, aber klar und deutlich angehen", sagte Wallner.

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Der Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz sowie jener im Bundesrat wechseln halbjährlich, die Reihenfolge des Ländervorsitzes richtet sich dabei nach dem Alphabet. Bereits zum dritten Mal folgte auf Günther Platter nun Markus Wallner als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, wie der Tiroler Landeshauptmann feststellte. Als Präsidentin der Länderkammer fungiert bis Ende Juni die Vorarlberger Bundesrätin Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP).

Der Vorsitz Vorarlbergs steht unter dem Motto "Gemeinsam in Verantwortung", wie am Freitag bekannt wurde. Noch befinde man sich mitten in der Pandemie, die Omikron-Welle sei "mit nichts vergleichbar, was wir bisher kannten", so Wallner. Gerade deshalb werde große gegenseitige Unterstützung zwischen den Ländern und mit dem Bund und auch Koordination notwendig sein. Aber auch abseits der Pandemie gelte es Schritte zu machen.

Landeshauptleute verlangen volle Einbindung bei Klimaschutz und Pflege

So verlangen Wallner und Platter in Sachen Klimaschutz die "volle Einbindung der Bundesländer" bei den zur Materie gehörenden Gesetzen. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass alles an uns vorbeigemacht wird", sagte Wallner und nannte als Stichwort die Gesetzgebung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Im Westen setze man stark auf die Wasserkraft, ein Ausbau dürfe nicht durch künftige Gesetzgebungen verhindert werden. "Im Gegenteil: Es gilt die Verfahren zu beschleunigen", so Wallner. Unterstützung bekam er dabei von Platter. Die Vorarbeiten für den Ausbau des Kraftwerks Sellrain-Silz hätten elf Jahre gedauert, kritisierte er. "Wie wollen wir die Energiewende schaffen, wenn wir nichts als Hürden vor uns haben?", fragte Platter. Auch müsse man ein Standort bleiben, "wo Wirtschaften weiter gut möglich ist".

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Weiters wolle man "in die Pflegereform hineinkommen", unterstrich Wallner, der diesbezüglich einen Ausbildungsfonds, eine bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen sowie die von Vorarlberg seit Jahren geforderte Pflegelehre ansprach. "Da muss jetzt mehr Schwung hineinkommen", stellte er fest. Auch sei die Frage der nachhaltigen Pflegefinanzierung nicht beantwortet. "Einen Schub ins Thema bringen" will der Vorarlberger Regierungschef auch in der Elementarpädagogik. Es brauche einen Ausbau der Kinderbetreuung, ein größeres Angebot für die Unter-Dreijährigen sowie flexiblere Öffnungszeiten. Die derzeit noch geltende Bund-Länder-Vereinbarung für die Kindergartenjahre von 2018/19 bis 2021/22 laufe Ende August aus. "Ziel muss es sein, die so wichtige Planungssicherheit für die Gemeinden und Länder schnellstmöglich herzustellen", sprach Wallner die Finanzierung an. Auf fachlicher Ebene seien die Gespräche bereits aufgenommen worden.

In einer Bilanz über sein Vorsitzhalbjahr sprach Platter von einem "Wechselbad der Gefühle". So habe er es im vergangenen Halbjahr - "ich glaube, das war ein Rekord" - mit gleich drei Bundeskanzlern zu tun gehabt. Das Wechselbad der Gefühle beziehe sich aber auch auf die Corona-Pandemie. Im Bereich der Finanzen habe man es geschafft, den Finanzausgleich bis Ende 2023 zu verlängern und 750 Mio. Euro vom Bund für die Finanzierung der Spitäler zu erhalten. Darüber hinaus brach Platter ein weiteres Mal eine Lanze für den Föderalismus. Ohne die starke Einbindung der Bundesländer sei die Bewältigung der Pandemie nicht möglich, sagte er. Eine Verordnung sei rasch gemacht, umsetzen müssten diese aber schließlich die Länder. Es sei dringend notwendig, dass die Positionen der Bundesländer "ordentlich beachtet" werden, so der Tiroler Landeshauptmann.

Aufgrund der angespannten Corona-Situation wurde am Freitag bewusst auf einen Übergabe-Festakt verzichtet. Zuletzt waren die Turnuswechsel im Bregenzer Festspielhaus (2017) bzw. 2013 im 1409 Meter hoch gelegenen Stuben am Arlberg - dem letzten Siedlungspunkt vor dem Arlbergpass auf Vorarlberger Seite - mit entsprechenden Feierlichkeiten begangen worden. (APA)


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