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„Plagiatsjäger“ Weber zu Ministerin Raab: „Das ist schockierend“

„Plagiatsjäger“ ortet bei der Frauen-, Integrations- und Medienministerin „zahlreiche Plagiate und Quatsch“. Diese verwahrt sich gegen Vorwürfe.

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Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP).
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Er wolle die Werke anderer Regierungsmitglieder prüfen. Das hat „Plagiatsjäger“ Stefan Weber nach dem – durch seine Recherchen ausgelösten – Rücktritt von ÖVP-Arbeitsministerin Christine Aschbacher Mitte Jänner 2021 gesagt. Er habe schon die Doktorarbeit von Aschbachers Parteifreundinnen, Frauenministerin Susanne Raab und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, angefordert.

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Nun hat er im „Blog für wissenschaftliche Redlichkeit“ den Befund für Raab publik gemacht. Unter dem Titel „Zahlreiche Plagiate und Quatsch“. Die Diplomarbeit mit dem Titel „Einstellungsstrukturen und Lebensbedeutungen ehrenamtlicher Mitarbeiter“ habe die damalige „Mag. iur. Susanne Knasmüller“ an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaften der Uni Innsbruck im April 2009 eingereicht. Weber merkt dazu an: „Insgesamt habe ich 17 Plagiatsfragmente auf 84 Seiten Fließtext gesichert, im Umfang von oft bis zu einer halben Seite. Wie bei Aschbacher sind Hypothesen und ein Absatz des eigenen ,Fazits‘ betroffen.“

Die Plagiatsfragmente habe er geordnet: „Reine Textplagiate, gefakte Literaturarbeit, Bauernopfer-Referenzen. Wörtliche Übernahmen mit einer Quellenangabe am Ende sind nicht erfasst.“ Abseits des Plagiierens habe es „lästige Fehler“ gegeben: „Im Fließtext zitierte Literatur wird im Literaturverzeichnis wiederholt nicht angeführt, wie etwa ein gewisser Herr ,Frank‘.“ Herr Frank sei der berühmte österreichische Existenzanalytiker Viktor E. Frankl, „jener Mann, der so viele schlaue Dinge über den Sinn und Unsinn unseres Lebens sagte. Einem Menschen mit Allgemeinbildung kann so ein Fehler eigentlich nicht passieren“, befindet Weber.

Die Empirie sei „Quatsch“: 130 Fragebögen an vier soziale Institutionen seien gesendet worden: „Im Rahmen einer selbst-selegierten Stichprobe kamen 90 Fragebögen zurück – wohl eine viel zu kleine Fallzahl für statistische Berechnungen. Wie im Theorieteil passt hier das Fundament nicht.“ Fazit: „Diplomarbeiten sind keine Gesellenstücke.“ Raab beherrsche wissenschaftliche Grundregeln ihres Faches nicht. Das sei „schockierend“. Reaktion aus Raabs Büro: „Das sind an den Haaren herbeigezogene Behauptungen.“ (kale)

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