Feller zündete Turbo und rast im RTL-Klassiker von Adelboden auf Rang zwei

Der Tiroler Manuel Feller machte mit einem Fabellauf im zweiten Durchgang drei Plätze gut und musste sich letztlich nur dem überragenden Schweizer Lokalmatador Marco Odermatt geschlagen geben.

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Die Top 3 in Adelboden: Manuel Feller (2., links), Marco Odermatt und Alexis Pinturault (3., rechts).
© SEBASTIEN BOZON

Adelboden – Marco Odermatt ist seiner Favoritenrolle im Weltcup-Riesentorlauf in Adelboden gerecht geworden. Der Schweizer Lokalmatador hielt beim Ski-Klassiker am Samstag auch dem Angriff von Manuel Feller stand. Der Tiroler katapultierte sich mit einer famosen Laufbestzeit im zweiten Durchgang vom fünften auf den zweiten Endrang. Auf Odermatt, der nun vier der bisherigen fünf Saison-Riesentorläufe gewonnen hat, fehlten ihm am Ende 0,48 Sekunden.

📽️ Video | Podestplatz für Manuel Feller

Für Feller war es die beste Saisonplatzierung. In den Riesentorläufen von Val d'Isere und Alta Badia war der 29-Jährige als Dritter bereits jeweils auf dem Podest gestanden. "Ich bin mehr als zufrieden mit dem zweiten Platz", sagte Feller anschließend.

12.300 Zuschauer bejubelten trotz Corona-Pandemie den ersten Schweizer Heimsieg im Adelboden-Riesentorlauf seit Marc Berthod 2008.

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Odermatt hatte bereits zur Halbzeit geführt und baute seine Führung im Gesamtweltcup aus. "Ich war so nervös", gestand der Mann aus dem Kanton Nidwalden in seiner ersten Reaktion. "Es war geil, obwohl es sich nicht so angefühlt hat. Bei dem Druck für das ganze Schweizer Team ist es nicht immer einfach hier. Aber wenn man ins Ziel kommt, ist es einmalig. Danke vielmals für das!"

Feller: "So gut hat es sich gar nicht angefühlt"

Laut Feller sei Odermatt "der beste Riesentorläufer heuer". Dennoch hatte auch der 24-jährige Schweizer im zweiten Durchgang mit der enorm schwierigen Strecke seine Probleme. 1,17 Sekunden hatte der frenetisch angefeuerte "Odi" vor dem Finale Guthaben auf Feller. "Da hätte er schon einen groben Fehler machen müssen. Das ist schon ein Riesenabstand, vor allem bei seiner Form", erklärte der Tiroler. "Seine Vorbereitung war auch definitiv die bessere als unsere, mit dem Slalom-Chaos in Zagreb. Ich habe das schon eher so erwartet. Ich war sogar ein bisschen überrascht, dass mein Lauf so extrem schnell war."

Manuel Feller fuhr mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch aufs Stockerl.
© SEBASTIEN BOZON

Das Skifahren mache Spaß, betonte Feller. "Jetzt habe ich das Thema mit der ersten Startgruppe auch abgeschlossen. Das ist sicher gut für Olympia." Dritter wurde sechs Hundertelsekunden hinter dem Tiroler der Franzose Alexis Pinturault, der im Vorjahr beide Adelboden-Riesentorläufe gewonnen hatte. Marco Schwarz landete als zweitbester Österreicher mit 2,54 Sekunden Rückstand auf Rang neun. Patrick Feurstein und Dominik Raschner kamen als 15. bzw. 16. ins Ziel.

"Der Zeitrückstand ist noch ein bisschen groß. Aber ich bin vor allem mit dem oberen Teil im zweiten Durchgang sehr happy", meinte Schwarz. Für den Kärntner war es disziplinübergreifend das beste Saisonergebnis. Der Kombi-Weltmeister hatte im November im Training einen Einriss des vorderen Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk erlitten, dieser wurde konservativ ohne Operation behandelt. "Über Weihnachten ist beim Fuß ein guter Schritt passiert, das passt jetzt auch wieder ganz gut. Ich glaube, dass mir der Tag heute sehr viel bringt", führte Schwarz aus.

"Mit der Platzierung muss ich absolut zufrieden sein. Mein zweitbestes Weltcup-Ergebnis ist sicher top. Es war nicht fehlerfrei, aber der Speed hat grundsätzlich schon gepasst", meine Feurstein. Für Raschner war es das beste Riesentorlauf-Resultat im Weltcup überhaupt. "Im ersten war es extrem schwierig. Die Sicht war nicht so gut, die Piste war auch schon unruhig. Ich habe eigentlich in beiden Läufen ein solides Skifahren gezeigt", meinte der Tiroler.

Slalom am Sonntag

Stefan Brennsteiner stürzte bereits im ersten Durchgang und schied aus. Der Salzburger zeigte sich überrascht darüber, "dass ich so schlecht Ski gefahren bin, vor allem im Mittelteil ganz schlecht". Beim Ausfall sprach er von einem "Timingproblem". Adelboden war bereits die letzte Chance, sich im Riesentorlauf noch einmal für Olympia in Peking zu empfehlen.

Am Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr/jeweils live ORF 1) steht auf dem Chuenisbärgli ein Slalom auf dem Programm. (TT.com/APA)

⛷⏱ Riesentorlauf der Herren in Adelboden - Endstand:


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