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Perspektive dank CORA: „Dachte nicht, dass ich noch einmal solche Chance hab“

Aygün Murshudova kam vor sieben Jahren nach Österreich. Ein Projekt der innovia ist ihre Chance, wieder ins Berufsleben einzusteigen.

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Aygün Murshudova (l.) und ihre Betreuerin Angelika Trauner von CORA.
© Müllner/TT

Wörgl –Aygün hat ein Problem. Sie hat russische Sprachwissenschaft in ihrer Heimat Aserbaidschan studiert, mit einem Master abgeschlossen. Bevor sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern nach Österreich kam, hatte sie auch als Lehrerin gearbeitet. Doch hier nützt der 43-Jährigen ihre Ausbildung nichts. In den letzten sieben Jahren war sie Hausfrau und hat als Putzfrau gearbeitet.

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Bei dem Gespräch im Büro des neuen innovia-Projekts CORA in Wörgl ist sie anfangs sichtlich unsicher, doch immer mehr blitzt im Laufe des Treffens auch ein starker Wille auf. Sie will nicht für den Rest ihres Lebens Hausfrau sein. Ihr Traum: Sie möchte wieder mit Kindern arbeiten. Aygün erzählt von der schwierigen Anfangszeit. Zu allererst gab es naturgemäß die Sprachbarriere, über die aber ihr sehr gutes Englisch hinweghalf. Während ihr Mann, er ist gelernter Bäcker, in Hotels als Hilfskraft arbeitete, organisierte sie den Alltag der Familie. „Der Wunsch, wieder in meinem Beruf zu arbeiten, war schon immer da“, sagt sie. Aber die täglichen Herausforderungen hätten das nicht zugelassen. An sich werden ihre Diplome in Österreich anerkannt, aber unterrichten darf sie nicht. Allerdings könnte sie in der Schulassistenz arbeiten.

„Außerdem werden neben den sprachlichen Anforderungen auch immer Computerkenntnisse verlangt“, erzählt sie. Und sie habe insgesamt 15 Jahre nicht mehr gearbeitet, da habe sich einfach sehr viel geändert. Zuerst war sie lange im Mutterschutz und dann kam die Übersiedlung nach Österreich. Das brachte eben andere Notwendigkeiten mit sich, wie sie sagt. Vor zwei Jahren kam die Familie dann nach Wörgl, Aygüns Mann hatte eine Stelle in einem Hotel in Bad Häring bekommen. „Ich habe niemanden gekannt. Die Kinder mussten auf eine neue Schule und insgesamt war das erste Jahr sehr schwierig“, erzählt sie. Im Frauenberufszentrum des AMS erfährt sie dann von CORA. „Für mich war das sehr wichtig. Mit meiner Betreuerin Birgit im AMS und Angelika von CORA hatte ich plötzlich jemanden, mit dem ich reden konnte und die mir auch Möglichkeiten aufzeigten. Das war ein großer Unterschied“, meint Aygün.

CORA richtet sich an arbeitslose Frauen, die Schwierigkeiten haben, in das Berufsleben einzusteigen. Unterstützt werden sollen Frauen, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, Frauen mit Migrationshintergrund, aber auch Wiedereinsteigerinnen. „Es ist unsere Aufgabe als Beraterinnen, ganz individuell zu schauen, was brauchen diese Frauen“, erklärt Aygüns Beraterin Angelika Trauner. Für manche brauche es für das Ziel, das sie haben, noch einen oder mehrere Zwischenschritte. Andere würden unter Umständen eine Schuldenregulierung brauchen. „Und manche brauchen auch nur jemanden, mit dem sie sprechen können, der sie in ihrem Wollen bestätigt“, so Trauner.

Unterstützung in mehreren Bereichen

CORA bietet Unterstützung bei der Jobsuche, Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungen und soll den Frauen helfen herauszufinden, was ihre Talente sind. Im Rahmen von CORA werden individuell gestaltete Online-Computerkurse angeboten, bei denen Grundlagen vermittelt werden. Wichtig sei der niederschwellige Zugang. Viele dieser Frauen würden aufgrund ihrer Lebensumstände einen freieren Zugang brauchen. „Ich hätte auch einen Computerkurs im Frauenberufszentrum machen können, aber das wäre einfach zeitlich nicht gegangen“, so Aygün. Auch dass sie von CORA einen Laptop bekommen habe. „Der Computer zu Hause wird einfach zu oft von meinem Mann oder den Kindern in Beschlag genommen. Jetzt hab ich meinen eigenen und kann am Abend meine Hausaufgaben machen“, erzählt sie lachend. Derzeit hat sie einen Computer-Grundlagenkurs, einen Kurs für Excel und besucht einen Deutschkurs für das Level B2.

Inzwischen besucht ihr Sohn die HAK, die 11-jährige Tochter ist auf der Neuen Mittelschule und ihr Mann ist Hausmeister in einem Top-Hotel. Und Aygün hat inzwischen auch schon etliche Bewerbungen abgeschickt. Das Warten auf Antworten sei schwierig, aber aufgeben will sie auf keinen Fall. Denn sie hat einen Traum, und Probleme sind da, um sie zu lösen.

CORA

CORA (Computerkurse und Orientierung in Richtung Arbeitsmarkt) betreut auch Frauen, die in Seitentälern zu Hause sind. Teilnehmerinnen werden dabei bei Bedarf auch zu Hause besucht.

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