Slalom-Sensation! Strolz triumphiert vor Feller in Adelboden

Der Vorarlberger Johannes Strolz, der keinem ÖSV-Kader angehört, gewinnt mit Startnummer 38 den Adelboden-Slalom. Freude und Frust bei den Tiroler Halbzeiführenden Manuel Feller (Platz zwei) und Fabio Gstrein (Einfädler).

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Emotionen pur bei Johannes Strolz nach seinem ersten Weltcupsieg.
© SEBASTIEN BOZON

Adelboden - Johannes Strolz hat mit 29 Jahren seinen Premierensieg im Ski-Weltcup gefeiert. Der Vorarlberger setzte sich am Sonntag im Slalom in Adelboden durch und Manuel Feller, der auch am Vortag im Riesentorlauf Zweiter war, sorgte mit 0,17 Sekunden Rückstand für einen ÖSV-Doppelsieg. Strolz verbesserte sich im Finale vom sechsten Platz, während Fabio Gstrein, der gemeinsam mit Feller zur Halbzeit geführt hatte, ausschied.

Adelboden erwies sich damit einmal mehr als gutes Pflaster für die ÖSV-Slalom-Artisten. Nach den Erfolgen von Marcel Hirscher (zuletzt 2018 und 2019) und dem Premierensieg von Marco Schwarz im Vorjahr sorgten Strolz und Feller nun dafür, dass im 20. Slalom auf dem Chuenisbärgli zum 19. Mal Österreicher auf dem Podest standen. Der erste Lauf hatte mit Doppelführung und vier ÖSV-Läufern unter den besten acht Hoffnungen geweckt.

Strolz gehört aktuell keinem ÖSV-Kader an und präpariert seine Ski selbst. Sein bisher bestes Weltcup-Resultat war ein zehnter Platz in Madonna di Campiglio vor zwei Jahren gewesen. Das Training absolvierte er aber zuletzt mit dem ÖSV-Team. "Endlich hat es sich ausgezahlt, was ich in den letzten Jahren investiert habe", meinte der mit der hohen Startnummer 38 angetretene Arlberger. "Ich hatte so viele Rückschläge, habe aber immer an mich geglaubt. Jetzt habe ich es endlich einmal zeigen können." Strolz hatte Tränen in den Augen und dankte vor allem seiner Familie für die Unterstützung.

"Wenn man weiß, was der Johannes über die Jahre schon mitgemacht hat, und dann kommt er so zurück. Man kann ihm nur gratulieren", jubelte auch Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Es freut mich brutal für den Johannes. Ein Beißer und ein richtig netter Bursche, der sich da so zurückkämpft", betonte ÖSV-Alpinchef Patrick Riml.

Feller blieb im Finale minimal zurück. "Ich wollte vorne mitfahren, zumindest ums Podium, wollte aber auch nicht wieder auf der Goschen liegen. Mit zweieinhalb Ausfällen im Slalom starten - das können sich nur wenige vorstellen, was da für Druck und Belastung auf einem lastet. Da bin ich ein bisschen stolz, dass ich das heute so gut runtergebogen habe", meinte der Tiroler und hob die Vorstellung von Strolz hervor: "Das ist eine unglaubliche Leistung, er ist ein mehr als verdienter Sieger."

Schwarz, dem nach einer Knöchelbessur noch Rennen fehlen, ärgerte sich nach dem zweiten Lauf, wurde aber noch Elfter. "Teilweise waren sehr gute Schwünge dabei, teilweise traue ich es mir noch nicht hundertprozentig zu", meinte der Slalom-Weltcupsieger. Mit Strolz und Feller "freut man sich mit. Ich habe noch ein paar Hausaufgaben zu machen." Er sei nun im Hinblick auf die kommenden Klassiker gefordert. Die bisherigen Saisonsieger Clement Noel (FRA) und Sebastian Foss-Solevaag (NOR) sowie der Co-Weltcupführende Kristoffer Jakobsen (SWE) waren im ersten Durchgang ausgeschieden.

Dominik Raschner (Startnummer 53) landete unmittelbar vor Marc Digruber auf dem 16. Platz. "Mit dem Wochenende bin ich sehr zufrieden. Zweimal in den Punkten, jetzt heißt es einfach weiter dranbleiben", sagte Raschner. Michael Matt (41./+2,17) war nach einer fehlerhaften Fahrt nicht im zweiten Durchgang. Christian Hirschbühl schied im ersten Lauf im oberen Abschnitt aus. (APA)

⛷⏱ Ergebnisse Slalom der Herren in Adelboden:


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