GR-Wahlen 2022

33 Stimmen entscheiden den Wahlkrimi: Barbist neuer Bürgermeister von Wängle

Florian Barbist wurde bei den vorgezogenen Wahlen mit sechs Prozent Vorsprung Wängles Dorfchef. Renate Thurner gratulierte herzlich.
© Helmut Mittermayr

Der Polizist Florian Barbist setzte sich im Duell um das Bürgermeisteramt in der Außerferner Gemeinde knapp gegen die Lehrerin Renate Thurner durch.

Von Helmut Mittermayr

Wängle – Beide Wahlwerber sprechen von einer äußerst knappen Wahl, das Ergebnis ist trotzdem auch ein klares. 290 Wängler und Wänglerinnen stimmten am Sonntag in der vorgezogenen Bürgermeister- und Gemeinderatswahl für den männlichen Bewerber Florian Barbist, 257 für Renate Thurner. Damit kommt Polizist Barbist auf 53 Prozent, Lehrerin Thurner auf 47 Prozent. Auch bei den Mandaten im künftigen Gemeinderat kam das praktisch idente Ergebnis heraus.

Die Liste Aktive Bürgervertretung Wängle des neuen Dorfchefs hatte mit 53,2 Prozent die Nase knapp vorne. Das ergibt sechs Mandate für ihn und seine Mitstreiter, fünf Mandate für Thurners Allgemeine Wängler Gemeindeliste. Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 71 Prozent, sechs Jahre zuvor noch bei 78 Prozent.

Die vorgezogenen Wahlen waren notwendig geworden, nachdem sich der Gemeinderat im Herbst 2021 nach Dauerauseinandersetzungen mit Bürgermeister Christian Müller selbst aufgelöst hatte. Müller war Sonntag nicht zur Wahl gegangen. Das Wahlergebnis gilt die volle kommende Legislaturperiode, die Wängler müssen am 27. Februar nicht wieder an die Wahlurne, wenn der Rest der Tiroler Gemeinden wählt.

Barbist: „Ich habe bis zuletzt gefiebert“

BM Florian Barbist war in einer ersten Stellungnahme überglücklich: „Es war knapp, wie erwartet. Ich habe bis zuletzt gefiebert.“ Thurner gratulierte ihrem Kontrahenten herzlich und versprach das „neue faire Miteinander“ fortzusetzen. „Ich kann das Ergebnis für mich selbst auch gut annehmen. Bei mir geht es morgen in der Schule wie gewohnt weiter, bei Florian ändert sich nun ganz vieles.“

Noch hat Amtsleiter Christoph Fringer das Sagen. In der Woche nach dem 23. Jänner soll die konstituierende Sitzung stattfinden – gleich eine erste Nagelprobe für das künftige Miteinander. Dort wird nämlich der neue Vizebürgermeister von den Gemeinderäten gewählt.

Wie man hört, soll (Alt-)VBM Peter Schautzgy, dessen Liste Wahlsieger Barbist übernehmen durfte, versprochen sein wieder Vize zu werden. „The winner takes it all“ wäre mit der 6-zu-5-Mehrheit kein Problem. Damit würde Thurner leer ausgehen. BM Barbist erklärte am Sonntag, dass darüber erst gesprochen werde.

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