Dorfgeschichte: 1000 gewichtige Seiten zur Gemeinde Vomp

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Verleger Martin Reiter übergab an BM Karl-Josef Schubert die Dorfbücher. Das freute auch die Autoren Klaus Linthaler, Nicole Sailer-Pichler und Gottfried Mariacher (v. l.). Mitautor P. Thomas Naupp war verhindert.
© Hörhager

Vomp – Es ist eine wahrlich „gewichtige“ Dorfgeschichte, die seit Kurzem über die Gemeinde Vomp vorliegt. Als Bettlektüre ist sie wohl nicht geeignet – die zwei Bände umfassen rund tausend Seiten und wiegen 4,25 kg. Band 1 spannt die Geschichte von den ersten Vompern bis ins Jahr 1900, der zweite Band liefert die Fortsetzung bis heute. Apropos erste Vomper: Zumindest nachgewiesen sind diese ab dem 13. vorchristlichen Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt nämlich ein spätbronzezeitliches Brandgräberfeld, das im Jahre 1989 in Fiecht-Au entdeckt und in den Jahren 2005 bis 2016 freigelegt wurde. Bis zur ersten urkundlichen Erwähnung als „Fonapa“ im Jahre 930 floss allerdings noch viel Wasser den Inn hinunter. Damals bestand schon eine erste Kirche – deren Fundamente entstanden in der Zeit zwischen 750 und 900. Mit P. Thomas Naupp wurde ein profunder Kenner der Kirchengeschichte ins Boot geholt. Der ehemalige Stiftsarchivar und -bibliothekar hat dieses Kapitel auf fast 400 Seiten fachkundig aufgearbeitet. Vomp war ja „Urpfarre“, der – kirchlich – bis 1645 das ab dem 15. Jahrhundert weit größere Schwaz unterstand. Auf Vomper Gebiet steht ja auch das Stift Fiecht, außerdem befindet sich am Vomperberg das Zentrum der Grals-Bewegung.

Eine Besonderheit des Ortes besteht auch darin, dass eine Fraktion – Hinterriß und damit auch der berühmte „Ahornboden“ – nur über Fußwege direkt erreichbar ist, die Zufahrt erfolgt nicht nur über andere Gemeinden, sondern auch über die Staatsgrenze zu Bayern. Und 1809 wurde auch Vomp von den französisch-bayerischen Truppen in Schutt und Asche gelegt.

Im Band 2 werden die jüngere bzw. jüngste Geschichte der Marktgemeinde (seit 2009) aufgearbeitet, wobei sich vor allem das vom langjährigen Gemeindesekretär Gottfried Mariacher aufgebaute Fotoarchiv als Fundgrube erwies. Der Bau der Autobahn, durch welche der Ort durchschnitten wurde, sowie die Entwicklung des Naturparks Karwendel sind wichtige Kapitel. Resümee von BM Karl-Josef Schubert: „Das neue Vomper Dorfbuch beschreibt in lebendiger Weise das Wesen und Werden sowie die Höhen und Tiefen der fast 1100-jährigen Geschichte von Vomp.“ (hö)

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